Schlagzeugwerkstatt - Pedalergonomie (I)
Vielleicht erinnert ihr euch noch an dieses Zitat aus dem ersten »Balance und Ergonomie«- Artikel: »Zentrales Ziel der Ergonomie ist die Schaffung geeigneter Ausführungsbedingungen (Sitzhöhe, Abstand) für die Arbeit des Menschen und die Nutzung technischer Einrichtungen und Werkzeuge (Pedale, Trommeln), wobei neben der menschengerechten Gestaltung des Arbeitssystems (genauer des Arbeitsraumes) vor allem die Verbesserung der Mensch-Maschine- Schnittstelle (Stöcke, Pedale) zwischen Benutzer/Operateur (Mensch) und Objekt (Maschine) in einem Mensch-Maschine- System eine besondere Bedeutung besitzt.«
Es geht also um die Mensch-Maschine- Schnittstelle, in diesem Fall unsere Fußmaschinen. Warum ich das noch einmal betone? Nun, der Grund liegt auf der Hand: Was nützt uns ein perfekt eingestelltes Pedal mit mangelnder Fußtechnik? Auf der anderen Seite kann ich meine Spieltechnik mit einer, sagen wir, 'schwierig' eingestellten Maschine auch nicht unbedingt verbessern. Die Katze beißt sich also in den eigenen Schwanz. Vielleicht sind aber auch ein wenig Selbstkritik in Bezug auf die vorhandene Fußtechnik und ein Besuch bei einem qualifizierten Lehrer nicht die schlechteste Idee?!?
Wie dem auch sei ? ich habe jedenfalls mal »Fußmaschine einstellen« gegoogelt, und was da in einigen Foren hin und her besprochen wird, ist teilweise erschrekkend. Schaut doch selbst einmal nach: Da werden die einen Pedale verteufelt, andere in den Himmel gelobt, das Ganze dreimal umgekehrt und, und, und. Dazu kommen unzählige, oft auch sehr fragwürdige 'Tipps'. Also zurück zur Basis: Fakt ist, dass ein geübter Drummer mit einem halbwegs passabel eingestellten Fußpedal auch mehr oder weniger 'gut' zurechtkommt ? egal wie alt, egal von welchem Hersteller, und auch die Preisklasse ist heutzutage nicht mehr so entscheidend. Natürlich ist eine Doppelfußmaschine für 700,- ? mit mehr Einstellmöglichkeiten ausgestattet als ein Model für 200,- ?, keine Frage. Wer diesen Komfort hat, der möge sich freuen. Ob man deswegen aber auch besser spielt, das lasse ich mal so im Raum stehen.
Den gesammten Workshop gibts im aktuellen Heft von drums&percussion September/Oktober 2010 ab der Seite 140.



