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Tony Allen: Film of Life (Jazz Village/Harmonia Mundi)

Der trommelnde König, das »menschliche Metronom« des Afrobeat, mittlerweile fast 75 Jahre alt und lange Zeit Herz von Fela Kutis Band, legt mit »Film of Life« ein überaus reizvolles, neues Soloalbum – sein mittlerweile zehntes – vor. Dieses umfasst nahezu alle Aspekte seiner Karriere – von Afrobeat, Pop bis Bebop, und bei alledem ist da dieser ganz besondere, hypnotische und seltsam ›rumpelige‹ Groove, den wohl nur Allen derart zum Swingen bringt. Diesem Reiz kann und will man sich kaum entziehen. Dabei besteht das Album aus allem anderen als mitunter auch etwas anstrengender Worldmusic, sondern ist einfach in sich geschlossen authentisch und geht unerschütterlich in die Beine – und das nicht ohne ein seltsames Flirren im Kopf zu hinterlassen. Wer auf der Suche nach den Wurzeln von manchen bekannten Beats und Grooves ist, der muss sich diese Platte einfach anhören – danach wird er klarer sehen. Die Grooves z.B. von »Ewa« oder »African Man« muss man erst einmal so hinbekommen, und kaum jemand erzählt mit seinem Drumset derart fesselnde Geschichten wie der Altmeister Tony Allen. Damit zeigt er eindrücklichst und gleichzeitig völlig unaufgeregt, dass es jenseits vom technischen Hochzüchten beim Schlagzeugspielen doch eigentlich um etwas ganz anderes geht, nämlich um Kommunikation! Dazu gesellt sich seine unverwechselbare Stimme. Bei »Go Back« singt übrigens niemand Geringerer als Damon Albarn (Blur, Gorillaz), seines Zeichens ein bekennender Tony-Allen-Fan. Dieses Album verdient eine ausdrückliche Empfehlung. Hier zeigt der große alte Mann des Afrobeat einmal mehr und mit immer noch lockerem Handgelenk, wer der Chef im Ring ist. Das alles hat mit dem, mit Verlaub, strapaziösen Ethnogedudel, das man bisweilen zu hören bekommt, nichts zu tun. Überhaupt nichts!

Musik: ★★★★★
Drumming: ★★★★★



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