Schlagzeugwerkstatt
An den Anfang stelle ich folgende Überlegung: Stellen wir uns einen Handwerker vor, der seinen Beruf so gut wie möglich, zügig und professionell ausführen möchte. Dieser arbeitet jeden Tag mit sicherlich gutem und professionellem Werkzeug. Würde er seine Sechskant-, Gabelschlüssel und so weiter im »Wir sind die Günstigsten, 50% auf alles«-Baumarkt kaufen, könnte er seinen Job nicht unbedingt gewissenhaft ausführen. Mit einem nicht genau passenden Gabelschlüssel ist eine Sechskantmutter schließlich schnell einmal an den Kanten gerundet ? mit einem Inbusschlüssel aus weichem, minderwertigem Metall wird mit großer Wahrscheinlichkeit der Innensechskant der dazugehörigen Schraube zerstört (»Inbus« ist übrigens ein Markenname für eine Schrau be mit Innensechskant im Kopf, der zugehörige Schraubenschlüssel mit Außensechskantprofil heißt »Inbusschlüssel«. Häufig wird der Name durch Assimilation fälschlich »Imbus« ausgesprochen). Was möchte ich mit diesem Beispiel sagen? Nun, wir brauchen gutes Werkzeug, und das sind eben unsere Drumsticks.
Nun stellt sich natürlich die Frage, was »gut« in Bezug auf Drumsticks überhaupt bedeutet? Als Erstes müssen wir uns vor Augen halten, dass Holz ein gewachsenes Material ist. D. h., Holz der gleichen Sorte kann sehr große Gewichtsunterschiede aufweisen. Das wiederum bedeutet für den gewissenhaften Hersteller, das rohe Holz beim Einkauf bestens auszusuchen und nach Fertigstellung, bevor es in den Verkauf geht, mindestens die jeweiligen Paare nach Gewicht zusammenzustellen. Das kostet Zeit und hat somit seinen Preis. Holz muss langsam und natürlich trocknen, um seine Form zu behalten, auch das braucht Zeit (Lagerkosten) und hat somit ebenfalls seinen Preis.
Das »Billigste«, was ich im Netz auf die Schnelle gefunden habe, war dieses sagenhafte Angebot: »24 Paar Stöcke für 24 ? ? plus 7 ? für den Versand«. Das sind unglaubliche 1,30 ? pro Paar (oder 65 Cent pro Drumstick). Unterm Strich bekomme ich für 31 ? im Laden gerade einmal drei Paar Drumsticks vom Markenhersteller. Da kommt man leicht ins Grübeln, oder?
Den gesammten Workshop gibts im aktuellen Heft von drums&percussion März/April 2011 ab der Seite 154.


