Drumtuning - Der optimale Drumsound (I)
Gute Sounds sind bekanntlich von vielen Faktoren abhängig: Drumsetqualität, Felle, Kesselmaterialien, Gratungen usw. spielen eine genauso wichtige Rolle wie der persönliche Geschmack bzw. das musikalische Umfeld. Aber es gibt grundsätzliche Konzepte, Regeln und Erfahrungswerte, die man kennen sollte, damit unser Instrument am Ende schlicht und einfach gut klingt. Dazu zähle ich nicht nur das Wissen um Tuning und Dämpfungsmethoden, sondern auch um Kesselmaterialien, Felle, Kesselgratungen, Hardware am Set sowie letzten Endes auch um Mikrofonierung bzw. Equalizer-Einstellungen am Mischpult. Immer häufiger Drummer nehmen im eigenen Homerecording-Studio oder in Project-Studios ihre Drumspuren in Eigenregie auf. Deswegen sollte ein Grundstock an Know-how vorhanden sein. In den nächsten Folgen möchte ich euch zu diesen Themen meine Erfahrungswerte vermitteln, Tipps und Anregungen geben, die euch dem großen Ziel, dem ?optimalen? Drumsound, näherbringen.
Der Weg dorthin beginnt natürlich mit dem Stimmen, denn am Anfang der ?Soundkette? steht nun mal das akustische Set. Je besser wir dessen Sound im Griff haben und genau wissen, was wir tun, um dieses oder jenes Klangergebnis zu erzielen, desto besser ist das Endergebnis.
Beginnen möchte ich mit der Snaredrum, denn sie ist die markanteste Stimme im Set, das »Herz« des Drumkits. Vor den Erfolg hat der liebe Gott bekanntlich den Schweiß gesetzt und so bedarf es vor dem eigentlichen Stimmvorgang noch einiger ?Vorarbeit?. Wenn wir amtliche Sounds aus unserer Snaredrum herausholen wollen, sollten wir zunächst prüfen, ob unser Instrument technisch in einwandfreiem Zustand ist. Schlag- und Resonanzfell dürfen nicht gedellt oder beschädigt sein (bei Bedarf neue Felle aufziehen), der Spiralenteppich (keine verbogenen oder fehlende Spiralen) sollte ebenso wie dessen Befestigung (Schnüre bzw. Band) funktionstüchtig sein. Nicht zu vergessen: Die Abhebevorrichtung sollte geräuschlos und weich arbeiten. Auch eine Überprüfung der Kesselgratungen und der Snarebeds ist sinnvoll, denn deren Funktionalität und exakte Verarbeitung sorgen ebenfalls für einen stimmigen Snaresound. Auf diese technischen Zusammenhänge gehe ich in einem der nächsten Workshops aber noch näher ein.
Ein weiterer Tipp: Neue Felle sollten vor dem Aufziehen am Fellkragen (der gerundete Übergang vom Reifen zur Spielfläche) gedehnt werden, damit sie sich an die Kesselgratung optimal anpassen. Hierzu nehme ich das Fell am oberen Rand in beide Hände, sodass die Spielfläche zu mir zeigt, die Finger um den Fellreifen greifen und die Daumen auf dem Kragen liegen. Nun knicke ich mit beiden Daumen den Fellkragen ein bzw. stülpe ihn um. Dabei schiebe ich das Fell immer um Daumenbreite weiter, bis ich den kompletten Fellrand bearbeitet habe. Erfahrungsgemäß sollte man das zwei- bis dreimal wiederholen. Das Fell nimmt dadurch keinen Schaden.
In der nächsten Ausgabe geht es dann »in medias res« mit einem Snaretuning-Konzept sowie mit der Obertonkontrolle durch gezieltes Verstimmen. Ich freu mich drauf! Anregungen, Vorschläge und Kritik bitte an meine E-Mail-Adresse.



