Mit dem EAD50 bringt Yamaha den Nachfolger vom EAD10 auf die NAMM 2026. Das Yamaha EAD10 hat sich längst vom Geheimtipp zur festen Größe für moderne Drummer entwickelt. Die Idee dahinter ist ebenso simpel wie konsequent: Akustisches Schlagzeug spielen, aber den Sound, die Kontrolle und die Flexibilität eines elektronischen Setups nutzen. Ich habe mir das neue Yamaha EAD50 im Kontext der Messe-Neuheiten genauer angesehen – und es wird schnell klar, warum Yamaha dieses Konzept weiter nach vorne schiebt.
Was ist das Yamaha EAD50 überhaupt?
EAD steht für Electronic Acoustic Drum und beschreibt Yamahas Ansatz, akustische Drumsets mit elektronischen Funktionen zu erweitern, ohne deren Spielgefühl zu verändern. Herzstück des Systems ist das DSU50 Sensormikrofon, das direkt an der Bassdrum montiert wird und das komplette Kit in Stereo erfasst. Ergänzt wird es durch ein Trigger-Signal, das elektronische Sounds und Effekte ermöglicht.
Das EAD50 ist die aktuellste Evolutionsstufe dieses Konzepts. Es kombiniert die natürliche Abnahme eines akustischen Sets mit internen Effekten, Samples und elektronischen Klangquellen. Alles läuft in Echtzeit, ohne komplizierte Mikrofonierung oder externes Audio-Interface. Damit richtet sich das System an Einsteiger ebenso wie an professionelle Drummer, die eine kompakte und verlässliche Lösung suchen.
Dein Sound, jederzeit abrufbar
Einer der größten Vorteile des Yamaha EAD50 ist die direkte Kontrolle über den eigenen Drumsound. Über zuweisbare Modifier-Regler lassen sich Effekte, Sample-Anteile oder Klangparameter spontan anpassen – auch während des Spielens. Gerade live ist das ein echter Pluspunkt, weil man nicht vom jeweiligen Raum oder vom Mischpult abhängig ist.
Der Grundsound bleibt reproduzierbar, egal ob im Club, im Proberaum oder auf der Festivalbühne. Für viele Drummer ist das EAD50 damit so etwas wie die einfachste PA-Lösung für Schlagzeuger, weil das gesamte Set aus einer einzigen Position sauber und kontrolliert abgenommen wird.
Hybrid-Setup statt klassischer Mikrofonierung
Die im DSU50 verbauten Mikrofone basieren auf Technologien aus dem Studio-Bereich und sind darauf ausgelegt, das Drumset fokussiert einzufangen und störende Raumanteile zu minimieren. Das Signal wird im EAD50 weiterverarbeitet und kann mit internen Effekten oder elektronischen Sounds kombiniert werden.
Zusätzlich lassen sich bis zu fünf externe Mikrofone anschließen, etwa für Gesang, Percussion oder eine detailliertere Abnahme. Über flexibles Audio-Routing und symmetrische XLR-Ausgänge ist das System problemlos in Live-Setups integrierbar. Besonders praktisch sind die LED-Drehregler, die ein schnelles visuelles Feedback liefern – ein kleines Detail, das im Live-Betrieb viel Stress spart.
Recording, Streaming und Social Media
Ein weiterer Schwerpunkt des EAD50 liegt klar auf Content und Produktion. Über USB kann Mehrspur-Audio direkt an Computer oder mobile Geräte übertragen werden – ideal für Recording, Livestreams oder Hybrid-Setups im Home-Studio.
Mit den Apps EAD Touch und Rec’n’Share lassen sich Performances direkt auf dem Smartphone oder Tablet aufnehmen, bearbeiten und teilen. Gerade für Unterricht, Übevideos oder Social-Media-Clips ist das ein enormer Vorteil, weil Audio und Video ohne zusätzliches Equipment zusammengeführt werden. Was das Yamaha EAD50 besonders macht, ist seine Vielseitigkeit. Es funktioniert als kompakte Live-Abnahme, als Recording-Zentrale, zum Üben und als kreatives Sounddesign-Instrument.
Fazit: Yamaha EAD50
Das Yamaha EAD50 ist kein klassisches Effektgerät und auch kein E-Drum-Modul im herkömmlichen Sinn. Es ist vielmehr ein Werkzeug für moderne Schlagzeuger, die ihren akustischen Sound behalten, aber zeitgemäß kontrollieren und erweitern wollen. Auf der NAMM 2026 zeigt Yamaha eindrucksvoll, dass dieses Konzept aktueller denn je ist. Wer eine portable, flexible und durchdachte Lösung für Live, Studio und Content sucht, sollte das EAD50 definitiv auf dem Zettel haben.
