5 Grooves, die jeder Drummer können muss

Grooves

Grooves sind die zentrale Aufgabe des Schlagzeugs. Unabhängig vom Stil sorgt der Drummer für Stabilität, Energie und Orientierung innerhalb der Band. Technische Fills und komplexe Figuren können sinnvoll sein, doch im Alltag entscheidet vor allem die Qualität des Grundgrooves. Bestimmte Patterns tauchen in zahllosen Songs immer wieder auf. Wer diese sicher beherrscht, kann sich schnell in neue Stücke einarbeiten und musikalisch souverän begleiten. Die folgenden fünf Grooves gehören zum festen Repertoire und sollten technisch wie musikalisch kontrolliert abrufbar sein.

Der 8tel Rockgroove

HiHat in durchgehenden Achteln, Snare auf Zählzeit 2 und 4, Bassdrum auf 1 und 3. Dieser Groove ist die Grundlage der Pop und Rockmusik. Er schult Timing, Konstanz und Dynamik. Wichtig ist eine saubere Balance zwischen HiHat und Snare sowie ein stabiles Zusammenspiel von Bassdrum und HiHat.

Beispiel
  • Nirvana – Smells Like Teen Spirit (Strophe)

Variationen entstehen durch zusätzliche Bassdrum Schläge zwischen den Hauptzählzeiten oder Öffnungen der HiHat sowie vorgezogene Snare-Schläge.

Der Shuffle

Triolisches Spielgefühl mit Betonung auf dem ersten und dritten Triolenwert. Meist wird die HiHat oder das Ride Becken im Shuffle Pattern gespielt, die Snare bleibt auf 2 und 4. Der Shuffle ist zentral für Blues, Classic Rock und viele Funk Einflüsse. Entscheidend ist das gleichmäßige Triolen Feeling.

Beispiel
  • ZZ Top – La Grange

Hier geht es neben Tempo um ein sauberes, rollendes Timing und klar definierte Schläge auf der HiHat oder dem Ride, damit das triolische Feeling zur Geltung kommt.

Der Funk Groove mit Sechzehnteln

HiHat in durchgehenden Sechzehnteln, Snare auf 2 und 4, dazu Ghost Notes zwischen den Backbeats. Dieser Groove trainiert Dynamik und Kontrolle. Die leisen Ghost Notes dürfen den Backbeat nicht überdecken. Die Bassdrum arbeitet eng mit der HiHat zusammen.

Beispiel
  • James Brown – Funky Drummer

Ein sauber gespielter Funk Groove zeigt Kontrolle über Lautstärke und Artikulation.

Der Halftime Groove

Die Snare liegt auf Zählzeit 3 statt auf 2 und 4. Die HiHat bleibt meist in Achteln oder Sechzehnteln. Halftime Grooves erzeugen Weite und Druck. Sie sind häufig im modernen Rock, Pop und Gospel zu hören.

Beispiel

Wichtig ist ein stabiler Puls, da der Groove langsamer wirkt als er tatsächlich ist.

Der 16tel HiHat-Groove

Konstante Sechzehntel auf der HiHat, Snare auf 2 und 4, dazu durchlaufende oder synkopierte Sechzehntel Figuren auf der Bassdrum. Dieser Groove ist besonders im Rock und Metal verbreitet. Er fordert Ausdauer und Präzision im Fußspiel.

Beispiele
  • Foo Fighters – Everlong

Hier entscheidet die Gleichmäßigkeit der Lautstärkenverhältnisse über die Qualität des Grooves.

Fazit und Übetipps

Diese fünf Grooves bilden eine solide Basis für fast jede musikalische Situation. Sie vermitteln Timing, Dynamik, Koordination und Stilgefühl. Wer sie kontrolliert und konstant spielen kann, ist in Bandproben, im Studio und live flexibel einsetzbar.

Für das Üben empfiehlt sich ein klarer Plan:

Spiele jeden Groove zunächst mit Metronom bei mittlerem Tempo. Achte auf eine gleichmäßige HiHat und einen stabilen Backbeat. Nimm dich regelmäßig auf und überprüfe, ob Snare und Bassdrum exakt mit dem Klick liegen. Reduziere die Grooves bewusst. Spiele zum Beispiel nur HiHat und Snare oder nur Bassdrum und Snare. So erkennst du Timing Schwächen schneller. Arbeite mit Dynamik. Übe Ghost Notes sehr leise und Backbeats klar akzentuiert. Die Kontrolle über Lautstärke ist entscheidend für einen professionellen Sound. Variiere das Tempo. Spiele langsam für Kontrolle und steigere das Tempo erst, wenn der Groove stabil bleibt. Übertrage die Patterns direkt in Songs. Spiele zu den genannten Beispielen mit und achte darauf, wie der Groove im musikalischen Kontext wirkt. Konstanz ist wichtiger als Geschwindigkeit. Zehn Minuten fokussiertes Üben pro Groove bringen mehr als eine Stunde unkonzentriertes Spielen.

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