Foto von Frank Schwichtenberg – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link
Motörhead ohne Schlagzeug? Unvorstellbar. Der Motor der Band wurde von drei am Laufen gehalten – Phil „Philthy Animal“ Taylor, Peter Gill und Mikkey Dee. Jeder Motörhead Dummer brachte seinen eigenen Stil, seine eigene Energie und machte Motörhead zu einer unaufhaltsamen Rockmaschine.
Phil „Philthy Animal“ Taylor – der Pionier der Doublebass
Philip John Taylor (*21. September 1954 in Chesterfield, England; † 11. November 2015), besser bekannt als Philthy Animal, kam 1975 zu Motörhead, auf Vorschlag von Gitarrist Eddie Clarke. Kaum war er da, veränderte sich alles. Auf Overkill 1979 zeigte Phil, was Schlagzeug damals leisten konnte: Sein Doublebass-Spiel war schnell, präzise und treibend – für die damalige Zeit ein echter Pionier, der ein Fundament für die kommenden Generationen von Doublebass-Drummern legte.
Zwischen 1979 und 1982 hatte die Band ihre kommerziell erfolgreichste Phase. Die Alben aus dieser Zeit – Overkill, Bomber (beide 1979) und Ace of Spades (1980) – gelten als wegweisend für den Heavy Metal und als Klassiker des Genres. In dieser Phase wurde Phil Taylor zum Herzschlag der Band, jede Show ein wilder Ritt, jede Bassdrum ein prägnanter Puls, der Motörhead unverwechselbar machte. Das originale Line-Up mit Lemmy, Clarke und Taylor gilt für viele Die-Hard-Fans bis heute als das Beste der Bandgeschichte.
Nach Another Perfect Day (1983) verließ er die Band, probierte andere Projekte aus, kehrte aber 1987 wieder zurück – der Motor rief einfach nach ihm. Während der Aufnahmen zum Album March ör Die (1992) musste Lemmy Kilmister ihn jedoch schweren Herzens entlassen, weil Phil trotz mehrfacher Ermahnung zu wenig Engagement zeigte und seine Parts am Schlagzeug auf nachlassendem Niveau spielten. Bis dahin war er ein wahres Kraftpaket, das die Band prägte und die Messlatte für alle künftigen Schlagzeuger hochlegte.
Live-Tipp
Wer den Herzschlag von Motörhead wirklich erleben will, sollte sich den Konzertmitschnitt von Overkill beim legendären No Sleep ’Til Hammersmith-Gig anschauen. Hier spielt das originale Line-Up mit Lemmy, Clarke und Phil „Philthy Animal“ Taylor – roher, ungestümer Rock’n’Roll pur, jede Bassdrum ein Donnerschlag, jede Note ein wilder Ritt. Ein absolutes Muss für Die-Hard-Fans und alle, die den Motor der Band live spüren wollen!
Peter Gill – der kraftvolle Übergang
Peter Gill (*9. Juni 1951 in Sheffield, England) war bereits vor Motörhead ein erfahrener Schlagzeuger, unter anderem bei The Glitter Band und Saxon. 1984 übernahm er den Platz hinter den Kesseln, als Phil gerade eine Pause einlegte. Gill brachte Präzision, Stabilität und rohe Kraft in die Band, ohne die Energie zu verlieren.
Er spielte auf dem Best-of-Album No Remorse und auf dem Studioalbum Orgasmatron (1986) und hielt die Band durch diese Übergangsphase. Nach Differenzen mit Lemmy wurde er wieder durch Taylor ersetzt, doch seine Zeit war wichtig: Er sorgte dafür, dass Motörhead weiterhin kraftvoll und tight klang, während die Band neue Wege ausprobierte.
Live-Tipp
Motörhead 1985 als Quartett, mit Pete Gill an den Drums – härter, präziser und absolut unvergesslich. Ein seltener Live-Moment, der zeigt, dass der Motor immer weiterläuft!
Mikkey Dee – die Präzision auf Steroiden
Mikkey Dee (*31. Oktober 1963 in Göteborg, Schweden) kam 1992 zu Motörhead und brachte das Schlagzeugspiel der Band auf ein neues Level. Präzise, kraftvoll und unermüdlich – Dee konnte jede Show tragen, ohne dass die rohe Energie der Band verloren ging. Über 23 Jahre war er bei Motörhead aktiv und wurde damit der am längsten dienende Schlagzeuger der Band, der ihren Sound entscheidend prägte.
Er spielte von Bastards bis zur letzten Tour 2015 und wurde zum perfekten Abschluss der legendären Reihe von Motörhead-Drummern. Nach Motörhead setzte er seine Karriere bei den Scorpions fort, wo er ebenfalls als treibende Kraft hinter den Kesseln glänzt. Mikkey Dee zeigte eindrucksvoll, wie Technik, Ausdauer und Bühnenpräsenz Hand in Hand gehen, und inspirierte eine neue Generation von Rock-Schlagzeugern.
Live-Tipp
Das letzte Line-Up von Motörhead, wieder als Trio mit Mikkey Dee an den Drums, live 2004 in der Düsseldorfer Philipshalle – geballte Rock-Power, die den Motor bis zum letzten Schlag laufen lässt!
Fazit
Motörheads Sound wäre ohne diese drei Drummer undenkbar gewesen. Phil brachte rohe, ungestüme Energie, Peter saubere Kraft und Stabilität, Mikkey präzisen, unaufhaltsamen Drive. Zusammen machten sie die Band zu einem Motor, der durch die Rockwelt donnerte – laut, wild, unaufhaltsam und für immer legendär. Wer den Herzschlag von Motörhead spüren wollte, musste nur auf die Bühne schauen: Die Drummer hatten alles im Griff.
