Bassdrum-Patches sind so ein typisches „kleines Teil mit großer Wirkung“. Sie schützen das Fell an der Beater-Aufschlagstelle, verlängern die Lebensdauer deutlich und verändern je nach Material auch den Attack. Gerade wer regelmäßig probt, live spielt oder mit härteren Beatern unterwegs ist, kennt das Problem: Ohne Patch sieht ein Bassdrum-Fell oft schneller mitgenommen aus, als einem lieb ist. Fame bringt nun drei neue Varianten an den Start und ich habe sie im Alltag getestet. Mein Eindruck: Für den Preis überraschend gut.
Drei Varianten, klare Einsatzbereiche
Fame bietet die Patches in zwei klassischen Rund-Versionen und einer länglichen Doppelpedal-Variante an. Die beiden Single-Patches kommen im praktischen 2er-Pack, einmal in Schwarz, einmal in Weiß, jeweils mit 7,5 cm Durchmesser. Dazu gibt es ein Double-Patch in Schwarz, 12 cm x 5 cm, das explizit für Doppelpedale gedacht ist. Im Test habe ich die runden Patches auf einer Bassdrum mit Standard-Filzbeater und auf einer Kick mit härterem Beater-Material eingesetzt. Das Double-Patch lief bei mir auf einem Setup mit Doppelpedal, wo man sonst schnell das Problem bekommt, dass man entweder zwei Patches sauber nebeneinander kleben muss oder die Aufschlagflächen nicht ideal abgedeckt sind.
Anbringen: unkompliziert und ohne Gefummel
Das Wichtigste bei solchen Produkten ist die Praxis. Ein Patch muss schnell kleben, sich sauber ausrichten lassen und nach dem Aufbringen stabil bleiben. Genau das hat bei den Fame-Patches gut funktioniert. Die Selbstklebefläche hält sofort, ohne dass man minutenlang drücken oder nacharbeiten muss. Gleichzeitig lassen sie sich beim Ansetzen noch kurz korrigieren, wenn man nicht sofort perfekt sitzt. Ich habe die Patches auf glatten Fellen und auf leicht strukturierten Oberflächen getestet, und die Haftung war jeweils zuverlässig. Auch nach mehreren Proben gab es kein Ablösen an den Rändern oder ein „hochziehen“, was bei sehr günstigen Patches manchmal passiert.
Sound: mehr Click, ohne den Kick-Sound zu zerstören
Klanglich liefern die Fame-Patches genau das, was man erwartet, wenn man die Kick etwas definierter haben will. Der Attack wird präsenter, der Click kommt deutlicher durch, aber es bleibt im Rahmen. Es ist kein extremes Plastikbrett-Gefühl, sondern eher ein kontrollierter Zusatz, der vor allem im Bandmix hilft. Gerade bei dichten Gitarren oder lauter Bühne ist das ein Vorteil, weil die Bassdrum sich klarer durchsetzt. Mit einem Filzbeater bekommt man ein gutes Verhältnis aus Punch und Definition. Bei härteren Beatern wird der Click logischerweise deutlicher, bleibt aber noch musikalisch nutzbar. Wer einen sehr offenen Vintage–Kick-Sound sucht, wird grundsätzlich mit Patches vorsichtig sein, aber für moderne Rock-, Pop- und Metal-Setups sind diese Fame-Patches absolut sinnvoll.
Haltbarkeit: macht, was es soll
Der eigentliche Punkt ist der Schutz. Und da haben die Patches im Test überzeugt. Die Aufschlagstelle bleibt sichtbar geschont, das Fell zeigt weniger Abrieb und nimmt Druck gleichmäßiger auf. Besonders bei Doppelpedal-Spielweise ist das relevant, weil die Belastung einfach höher ist. Das längliche Double-Patch ist hier die praktischste Lösung, weil es beide Beaterbereiche in einem Stück abdeckt, ohne dass man zwei Patches exakt platzieren muss.
Vergleich zu Remo und Evans
Remo und Evans sind im Bereich Bassdrum-Patches etabliert. Sie bieten verschiedene Materialien und Stärken, teilweise mit sehr spezifischem Sound-Ziel. In der Praxis zahlt man dafür aber deutlich mehr, vor allem wenn man regelmäßig nachkauft oder mehrere Sets betreibt. Im direkten Alltagseindruck sehe ich die Fame-Patches als sehr starke Budget–Alternative, weil sie genau das liefern, was die meisten Drummer von einem Patch wollen: Schutz, gute Haftung und einen definierten Attack. Natürlich gibt es bei Remo und Evans teils mehr Speziallösungen, etwa besonders dicke Varianten oder Patches, die extremen Click erzeugen. Wer genau so etwas sucht, wird dort fündig. Wenn es aber um ein solides Patch für die tägliche Arbeit geht, muss man den Mehrpreis nicht zwingend ausgeben.
Welche Variante würde ich wann nehmen?
Die Single-Patches sind ideal, wenn du mit einem Pedal spielst und optisch sauber arbeiten willst. Schwarz oder Weiß ist dabei eher Geschmackssache und hängt davon ab, ob du ein schwarzes Frontfell oder ein weißes Schlagfell hast.
Das Double-Patch ist für mich die praktischste Wahl für Doppelpedal–Spieler, weil es schneller montiert ist und die Abdeckung in einem Stück einfach besser passt. Das spart Zeit und sieht sauber aus.
Fazit: Fame Bassdrum-Patches
Die neuen Fame Bassdrum-Patches sind eine dieser kleinen Überraschungen, bei denen Preis und Leistung wirklich zusammenpassen. Verarbeitung, Klebekraft und Soundverhalten wirken durchdacht, die Schutzwirkung ist im Alltag sofort spürbar und das Ganze bleibt angenehm unkompliziert. Wenn man bedenkt, dass Alternativen von Remo und Evans deutlich teurer sind, ist Fame hier eine sehr empfehlenswerte Budget-Lösung, besonders für Drummer, die viel spielen oder mehrere Setups betreiben.
Pro
- Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Klebt zuverlässig, lässt sich sauber platzieren
- Spürbar mehr Schutz und definierterer Attack
- Double-Patch ideal fürs Doppelpedal
Contra
- Mehr Click ist nicht für jeden Sound gewünscht
- Weniger Varianten/Materialoptionen als bei Remo/Evans



