Drei Beckensets um 500 Euro im Vergleich: Wo steckt der beste Sound fürs Geld?

Beckenset um 500€ im Vergleich

Ein Beckenset in dieser Preisklasse ist für viele der erste große Schritt weg von „Hauptsache irgendwas glänzt“ hin zu einem Sound, der sich im Proberaum nicht sofort klein macht und live nicht nur laut, sondern kontrolliert wirkt. Ich habe drei Budget-Sets ausprobiert und dabei gemerkt: Nicht jedes „Gig Pack“ fühlt sich wie ein echtes Upgrade an. Für diesen Vergleich schaue ich auf drei Kandidaten, die preislich nah beieinander liegen, aber konzeptionell aus drei Richtungen kommen: Handgehämmert (Masterwork Troy), klassisch maschinell mit Marken-DNA (Zildjian I Family) und ein bewusst „rockiges“ Set mit Paiste-2002-Genen (PST7 Heavy).

Masterwork Troy Cymbal Set: Handgehämmert, warm, erstaunlich „erwachsen“

Die Troy-Serie ist spannend, weil sie das Versprechen „handgemacht“ nicht nur als Marketing benutzt. Masterwork fertigt in der Türkei und positioniert Troy als Einstieg in die Welt handgehämmerter Becken. In der Praxis bedeutet das: Mehr Charakter pro Becken, mehr kleine Nuancen im Wash und oft auch ein Grundsound, der organischer wirkt als viele glatte Einsteigerpacks. Dass hier eine B25-Legierung genannt wird, ist in der Wahrnehmung vieler Drummer sofort ein Qualitätsanker. Unabhängig von Legierungsdebatten zählt am Ende aber, was rauskommt: In meinen Ohren klingen die Troys tendenziell warm, rund und musikalisch, mit einem angenehmen Grundrauschen beim Crash und einer Hi-Hat, die nicht nur „tschick“ kann, sondern auch ein bisschen Textur mitbringt.

Was ich an solchen Sets mag: Sie verzeihen. Gerade wenn man (noch) nicht perfekt kontrolliert spielt, klingt ein etwas komplexerer, weniger „gläserner“ Beckenton oft schmeichelhafter. In Community-Diskussionen taucht Troy immer wieder als Tipp auf, wenn jemand „handgehämmert“ will, ohne gleich in die Oberklasse zu springen. In einem deutschsprachigen Drummer-Forum wird Troy schon früh als bemerkenswert günstige Option thematisiert, gerade im Kontext kompletter Sets.

Einschränkung: Handgehämmert in der Preisklasse kann auch bedeuten, dass Serienstreuung eher ein Thema ist als bei großen, streng standardisierten Linien. Wenn du die Möglichkeit hast, solltest du dir zumindest Hörbeispiele genau ansehen oder idealerweise antesten. Als Set für vielseitige Stile, von Pop über Rock bis hin zu gemäßigtem Metal, funktioniert Troy für mich am ehesten dann, wenn man „musikalische“ Becken sucht und nicht maximale Durchsetzung um jeden Preis.


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Masterwork Troy Cymbal Set

Zildjian I Family Standard Gig Cymbal Pack: Moderne Ansprache, klare Kante, sehr „plug and play“

Die I Family ist Zildjians Ansatz, ein günstigeres Bronze- bzw. Einsteigersegment mit moderner Fertigung und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis zu bedienen. Das Standard Gig Pack mit 14″ Hi-Hat, 16″ Crash und 20″ Ride ist ein Klassiker in der Zusammenstellung, und genau das ist auch sein Vorteil: Du baust es auf und bist sofort arbeitsfähig. Was mir bei vielen I-Family-Becken auffällt, ist die insgesamt recht schnelle Ansprache. Das Crash kommt ohne große Überredung, die HiHat ist direkt und das Ride liefert einen klaren Ping, der im Bandkontext gut zu orten ist.

Viele Käuferstimmen im Netz loben bei solchen Packs vor allem zwei Dinge: Dass man „Marke“ bekommt, ohne sich finanziell zu verrenken, und dass die Becken im Unterricht oder Proberaum zuverlässig funktionieren, ohne dass man ständig gegen unkontrollierbares Rauschen ankämpft. Genau dieses „Kontrollierbare“ ist für Einsteiger wichtig. Das Ohr lernt leichter, wenn das Crash nicht ewig schwappt und die Hi-Hat nicht nur weißes Rauschen produziert. Gleichzeitig muss man fair sein: Im direkten Vergleich zu den beiden anderen Kandidaten wirkt der Sound oft etwas „flacher“, also weniger dreidimensional im Obertonspektrum. Nicht schlecht, aber eher geradlinig.

Unterm Strich ist das I Family Pack für mich das Set, das ich am ehesten jemandem empfehle, der einfach ein problemloses Arbeitstier will, das sauber anspricht, in vielen Stilistiken nicht aneckt und als solides Upgrade gegenüber ganz billigen Messingbecken dient. Es ist nicht das Set, das dich wegen „Wow, wie edel“ vom Hocker haut, aber es macht dir auch selten das Leben schwer.


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Zildjian I Family Standard Gig Cymbal Pack

Paiste PST7 Cymbal Set Heavy: Mehr Tiefe, mehr Autorität, am nächsten am „Pro-Feeling“

Paiste PST steht seit Jahren für einen sehr klar definierten Ansatz: Solide Serienqualität, ein gut reproduzierbarer Sound und ein klarer Bezug zur eigenen Klangästhetik. Bei der PST7-Serie wird das auch ausdrücklich über die Nähe zur legendären 2002-Linie kommuniziert. Das Heavy Set ist dabei die konsequent „laute Band“-Variante: mehr Gewicht, mehr Projektion, mehr definierter Attack. Und genau das hört man. Die HiHat ist präsent und setzt sich durch, ohne sofort in schrilles Gebrüll zu kippen. Das Crash hat diesen schnellen, explosiven Einschlag, der für Rock wirklich dankbar ist. Und das Ride ist für ein Set dieser Preisklasse erstaunlich gut kontrollierbar, mit einem klaren Ping und einer Bell, die sich im Mix behauptet.

Wenn ich die drei Sets direkt gegeneinander höre, hat dasPST7 für mich am meisten „Tiefe“. Damit meine ich nicht nur Bassanteil, sondern dieses Gefühl, dass das Becken mehr Schichten hat und nicht nur aus Attack plus kurzem Nachrauschen besteht. Auch in Foren wird PST7 häufig als deutlicher Qualitätsschritt gegenüber typischen Einsteigerlinien beschrieben, gerade weil es für wenig Geld schon in Richtung „richtige Bronze-Becken für laute Musik“ geht.

Natürlich gilt auch hier: „Heavy“ ist eine Ansage. Wer hauptsächlich leise spielt, Singer-Songwriter begleitet oder im Wohnzimmer Jazz-Grundlagen übt, kann das als zu steif und zu „dominant“ empfinden. Aber sobald eine laute Band im Spiel ist, macht dieses Set sehr viel Sinn, weil es nicht sofort untergeht und du weniger das Gefühl hast, ständig zu hart spielen zu müssen, um gehört zu werden.


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Paiste PST7 CymbalSet Heavy

Fazit: Welches Set gewinnt?

Alle drei Sets sind brauchbar, und keines davon ist ein Fehlkauf, wenn die Erwartung zur Realität passt. Das Masterwork Troy punktet mit dem „handgemachten“ Charakter, warmer Musikalität und einem Sound, der oft teurer wirkt als er ist. Das Zildjian I Family Pack ist der pragmatische Allrounder: Unkompliziert, modern ansprechend, in vielen Situationen sofort einsatzbereit. Mein Testsieger ist aber das Paiste PST7 Heavy Set, weil es im Bandkontext am souveränsten wirkt und für mich am meisten Tiefe und Autorität mitbringt, ohne dass man direkt in deutlich teurere Serien springen muss.

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