Leichte Hardware ist längst kein Thema mehr nur für Jazz-Gigs und kleine Sets. Bereits seit rund einem Jahr hat TAMA mit einem geraden und einem Galgenbeckenständer die ersten Modelle der Spartan-Serie im Programm – und die leichten Stative haben sich seitdem als ausgesprochen erfolgreich erwiesen. Jetzt zieht TAMA nach und baut Spartan mit Hi-Hat- und Snare-Ständer zum kompletten Hardware-Set aus. Doch wie schlägt sich das neue Paket gegen Yamahas etabliertes HW3 Crosstown – und wo liegen die entscheidenden Unterschiede für uns Drummer?
Kurzinfo auf einen Blick
Mit dem erweiterten Spartan Hardware Kit tritt TAMA gegen Yamahas bewährtes HW3 Crosstown an – zwei Lightweight-Pakete mit unterschiedlichen Schwerpunkten. TAMA bringt 7,6 Kilogramm ohne Tasche auf die Waage, Yamaha 7,8 Kilogramm inklusive Bag, weshalb die Gewichtsangaben nicht direkt vergleichbar sind. Während Yamaha zwei gerade Beckenständer liefert, kombiniert TAMA einen geraden Ständer mit einem Galgenmodell für mehr Positionierungsfreiheit. QC-8-Schnellverschlüsse, Anti-Walk-Gummifüße und eine umfangreicher einstellbare HiHat mit zwei Beinen und zusätzlicher Stütze ergänzen die Spartan-Ausstattung. Dafür liegt das TAMA-Paket im Vergleich rund 19 Prozent über dem Yamaha-Preis und wird standardmäßig ohne Transporttasche geliefert. Beim Crosstown gehört die passende Tasche dagegen bereits zum Lieferumfang. Wer möglichst leicht, unkompliziert und preisbewusst unterwegs sein möchte, findet bei Yamaha die konsequent reduzierte Lösung. Wer Doppelpedal spielt, einen Galgenständer benötigt oder mehr Einstellmöglichkeiten an der HiHat sucht, bekommt bei TAMA das flexiblere Gesamtpaket.
Wer regelmäßig mit dem eigenen Drumset unterwegs ist, kennt das Problem: Die Trommeln sind längst im Auto, doch beim Hardware-Case fragt man sich jedes Mal aufs Neue, warum man eigentlich so viel Metall durch die Gegend fährt.
Genau hier setzt Lightweight-Hardware an. Yamaha hat mit dem HW3 Crosstown bereits vor einigen Jahren gezeigt, dass Aluminium-Stative nicht zwangsläufig nach wackeliger Flatbase-Hardware aussehen oder sich so anfühlen müssen. Das komplette Set aus zwei Beckenständern, Snare-Ständer und Hi-Hat bringt 7,8 Kilogramm inklusive Transporttasche auf die Waage.
Jetzt komplettiert TAMA die Spartan-Serie. Das neue Spartan Hardware Kit kommt ohne Tasche auf 7,6 Kilogramm. Ich habe beides Sets miteinander verglichen: TAMA Spartan Hardware vs. Yamaha Crosstown Hardware
TAMA Spartan: Leicht, aber nicht spartanisch
Der Name könnte etwas anderes vermuten lassen, doch TAMA verzichtet bei Spartan nicht einfach auf alles, was Gewicht verursacht. Aluminium kommt dort zum Einsatz, wo sich sinnvoll Gramm sparen lassen. Stärker beanspruchte Bauteile wie Gewinde, Tilter und Verbindungspunkte bleiben entsprechend robust ausgelegt. Das Spartan Hardware Kit besteht aus dem HS70S Snare Stand, dem HC72S Straight Cymbal Stand, dem HC73BS Boom Cymbal Stand und dem HH75DS Hi-Hat Stand. Vier Stative, darunter ein Galgenbeckenständer, für insgesamt 7,6 Kilogramm – das ist schon eine Ansage.
Der bereits bekannte HC72S Straight Cymbal Stand bringt 1,7 Kilogramm auf die Waage und lässt sich in der Höhe von 690 bis 1.430 Millimeter einstellen. Mit 28,6 Millimetern Durchmesser fällt das Basisrohr trotz Leichtbau vergleichsweise kräftig aus. Sein Kollege, der HC73BS Boom Cymbal Stand, wiegt 2,0 Kilogramm. Sein 300 Millimeter langer Galgen erweitert den Aktionsradius deutlich, der Höhenbereich reicht von 730 bis 1.705 Millimeter. Auch hier setzt TAMA auf ein 28,6 Millimeter starkes Basisrohr.
Bei der Positionierung der Becken greift TAMA auf die aus der Roadpro-Serie bekannte stufenlose Neigungsverstellung zurück. Statt einer klassischen Rasterung lässt sich der Winkel frei einstellen – ein bewährtes Detail, das TAMA auch bei den leichten Spartan-Stativen übernimmt. Sehr praktisch im täglichen Einsatz: Beide Beckenständer werden inklusive Quick-Set Cymbal Mate (QC-8) geliefert. Der Schnellverschluss ersetzt die klassische Flügelmutter und ermöglicht es, die Becken mit wenigen Handgriffen auf- und abzubauen. Gerade bei häufigen Gigs ein kleines, aber äußerst nützliches Feature.
Der Boom-Stand macht das Paket zusätzlich interessant. Crash, Ride oder Effektbecken lassen sich damit wesentlich freier positionieren als mit einem ausschließlich aus geraden Beckenständern bestehenden Set.
HH75DS: Die Hi-Hat ist der spannendste Kandidat
Bei einem Beckenständer lässt sich relativ einfach Gewicht sparen. Bei einer Hi-Hat wird es schwieriger. Hier wirken permanent Fußbewegung und seitliche Kräfte auf die Konstruktion. Der HH75DS wiegt 2,3 Kilogramm und bietet trotzdem Direct Pull Action, eine einstellbare Federspannung, einen separat justierbaren Trittplattenwinkel und einen Höhenbereich von 675 bis 940 Millimetern. Besonders interessant ist das zweibeinige Design mit zusätzlichem einklappbarem Stabilisierungsbein. Doppelpedal-Spieler bekommen dadurch mehr Platz für das Slave-Pedal, ohne komplett auf eine zusätzliche Abstützung verzichten zu müssen.
Auch beim Transport hat TAMA mitgedacht. Die Hi-Hat-Zugstange lässt sich im oberen Rohr verstauen. Ein kleines Detail – aber jeder, der schon einmal eine verbogene Zugstange aus dem Hardware-Bag gezogen hat, weiß es zu schätzen.
HS70S: 1,6 Kilo für die Snare
Der HS70S Snare Stand wiegt gerade einmal 1,6 Kilogramm und eignet sich für Snares zwischen 12 und 15 Zoll. Gerade beim Snare-Ständer ist geringes Gewicht besonders interessant. Schließlich sitzt hier eine der zentralen Komponenten des Drumsets, die bei Backbeats und Rimshots einiges an Energie abbekommt. TAMA setzt auf hohle Aluminium-Korbarme und Anti-Walk Rubber Feet. Dazu kommt der Quick-Set Tilter, über den sich die Snare stufenlos im Winkel einstellen lässt.

Yamaha Crosstown: Der etablierte Gegner
Yamaha verfolgt mit dem HW3 Crosstown eine ähnliche Idee, geht beim Leichtbau aber etwas minimalistischer vor. Aluminium wird konsequent eingesetzt, Rohrdurchmesser und Standflächen sind kompakter und selbst kleinere Bauteile wurden auf möglichst wenig Gewicht getrimmt.
Das funktioniert erstaunlich gut. Die Crosstown-Ständer fühlen sich deutlich mehr nach moderner Hardware als nach klassischen Flatbase-Stativen an und zeigen sich in der Praxis entsprechend stabil.

Das HW3 besteht aus dem SS3 Snare Stand, dem HHS3 Hi-Hat Stand und zwei CS3 Straight Cymbal Stands. Der einzelne CS3 bringt dabei lediglich 1,497 Kilogramm auf die Waage.
Bei der Ausstattung geht Yamaha allerdings etwas reduzierter zu Werke. Besonders deutlich wird das bei der HHS3 Hi-Hat. Sie wiegt mit 2,188 Kilogramm zwar etwas weniger als die TAMA, besitzt aber weder eine einstellbare Federspannung noch drehbare Beine.
Für Doppelpedal-Spieler kann das zum Thema werden, weil sich die Beine nicht einfach aus dem Weg drehen lassen.
Einen Pluspunkt sammelt Yamaha beim Transport: Beim HW3 Crosstown gehört die passende Hardware-Tasche bereits zum Lieferumfang. Das TAMA Spartan Hardware Kit wird dagegen in der Standardausführung ohne Bag angeboten. Das Spartan-Set ist auch inklusive passender Tasche erhältlich, dann allerdings gegen Aufpreis.
TAMA Spartan vs. Yamaha Crosstown
TAMA Spartan |
Yamaha HW3 Crosstown |
|
| Gesamtgewicht | 7,6 kg | 7,8 kg inkl. Tasche |
| Snare-Ständer | HS70S – 1,6 kg | SS3 – 1,457 kg |
| Hi-Hat | HH75DS – 2,3 kg | HHS3 – 2,188 kg |
| Beckenständer 1 | HC72S Straight – 1,7 kg | CS3 Straight – 1,497 kg |
| Beckenständer 2 | HC73BS Boom – 2,0 kg | CS3 Straight – 1,497 kg |
| Becken-Neigung | stufenlos | stufenlos |
| Becken-Schnellverschluss | QC-8 inklusive | – |
| Federspannung Hi-Hat | einstellbar | nicht einstellbar |
| Doppelpedal-Setup | 2 Beine + Stütze | Beine nicht drehbar |
| Hardware-Bag | nicht enthalten | enthalten |
| Preisniveau | rund 19 % höher | günstiger |
| Konzept | Leichtbau + Features | konsequenter Leichtbau |
Ähnliches Gewicht, unterschiedliche Philosophie
Auf den ersten Blick liegen beide Sets beim Gewicht extrem dicht zusammen: 7,6 Kilogramm beim TAMA stehen 7,8 Kilogramm beim Yamaha gegenüber. Allerdings ist der Vergleich nicht ganz eins zu eins, denn beim Yamaha ist die Transporttasche in dieser Gewichtsangabe bereits enthalten. Interessanter als die letzten Gramm ist deshalb ohnehin die unterschiedliche Ausstattung.
Yamaha reduziert konsequent auf das Wesentliche. TAMA kombiniert das geringe Gewicht einer echten Lightweight-Serie dagegen mit einigen Features, die wir von moderner Hardware gewohnt sind. Besonders der Galgenbeckenständer im Spartan-Set ist dabei nicht zu unterschätzen. Beim Yamaha HW3 gehören zwei gerade CS3 Beckenständer zum Paket. Diese sind mit jeweils 1,497 Kilogramm ausgesprochen leicht. TAMA kombiniert dagegen den 1,7 Kilogramm schweren HC72S Straight mit dem 2,0 Kilogramm schweren HC73BS Boom.
Hinzu kommen bei TAMA die stufenlose Becken-Neigungsverstellung und die praktischen QC-8 Quick-Set Cymbal Mates. Wer beim Gig häufig auf- und abbaut, dürfte die Schnellverschlüsse schnell zu schätzen wissen. Ein weiteres wichtiges Detail sind die Anti-Walk Rubber Feet der Spartan-Hardware. Die speziell geformten Gummifüße sollen verhindern, dass sich die leichten Stative beim Spielen ungewollt verschieben. Gerade bei Lightweight-Hardware ist das sinnvoll, denn hier fehlt naturgemäß das hohe Eigengewicht massiver Stahlstative, das zusätzlich für Standfestigkeit sorgt.
Auch bei der Hi-Hat zeigt sich der unterschiedliche Ansatz. Einstellbare Federspannung, Pedalwinkel und die zweibeinige Konstruktion mit zusätzlicher Stabilisierung machen die Spartan hier variabler. TAMA spart also vor allem beim Gewicht, nicht bei den praxisrelevanten Details.
Mehr Ausstattung kostet
Ganz ohne Gegenargument kommt TAMA allerdings nicht davon. Das Spartan Hardware Kit liegt preislich derzeit rund 19 Prozent über dem Yamaha HW3 Crosstown. Dabei sollte man berücksichtigen, dass beim Yamaha die Hardware-Tasche bereits zum Lieferumfang gehört, während das TAMA-Set in der Standardausführung ohne Bag angeboten wird. Wer auch beim Spartan eine passende Tasche möchte, kann das Set gegen Aufpreis inklusive Bag bekommen. Der tatsächliche Preisabstand zwischen zwei vergleichbar transportfertigen Paketen fällt damit noch größer aus.
Dafür bekommt man bei TAMA unter anderem den Boom-Stand, die QC-8 Schnellverschlüsse und die umfangreicher ausgestattete Hi-Hat. Ob diese Features den Aufpreis rechtfertigen, hängt stark vom eigenen Setup ab. Wer möglichst leicht und reduziert unterwegs sein möchte, findet im Yamaha weiterhin ein starkes Konzept. Wer dagegen einen Galgenständer benötigt, Doppelpedal spielt oder mehr Einstellmöglichkeiten an der Hi-Hat möchte, bekommt bei TAMA das flexiblere Paket.
Leichtbau hat trotzdem Grenzen
Natürlich lässt sich die Physik nicht austricksen. Ein Ständer mit wenig Eigengewicht reagiert auf einen federnden Riser, einen weichen Teppich oder weit ausgefahrene Galgen schneller als ein massiver Stahlständer. Beim Crosstown zeigt sich beispielsweise, dass das geringe Gewicht auf instabilen Untergründen früher zu Wankbewegungen führen kann. Gegenüber klassischer Flatbase-Hardware ist die Konstruktion dennoch erstaunlich belastbar. Für beide Konzepte gilt deshalb: Lightweight-Hardware spielt ihre größten Vorteile dort aus, wo ein möglichst transportfreundliches Setup gefragt ist, ohne auf die grundlegende Funktionalität moderner Stative zu verzichten.
Fazit
Mit dem Spartan Hardware Kit liefert TAMA ein interessantes Lightweight-Paket. 7,6 Kilogramm für Snare-, Hi-Hat-, geraden und Galgenbeckenständer sind eine Ansage – besonders weil TAMA dabei nicht komplett auf Einstellmöglichkeiten und praktische Features verzichtet. Yamaha Crosstown bleibt die konsequent reduzierte Alternative. Das HW3 bringt 7,8 Kilogramm inklusive Tasche auf die Waage, ist leicht, unkompliziert und hat längst bewiesen, dass Aluminium-Hardware auch im Musikeralltag funktioniert. Zudem gehört die passende Transporttasche bereits zum Lieferumfang.
TAMA setzt stärker auf Flexibilität und Ausstattung. Der Galgenbeckenständer, die aus der Roadpro-Serie bekannte stufenlose Neigungsverstellung, die QC-8 Schnellverschlüsse, die Anti-Walk Rubber Feet und die umfangreicher einstellbare Hi-Hat unterscheiden Spartan vom Yamaha-Konzept. Dafür liegt das TAMA-Paket aktuell rund 19 Prozent höher im Preis und wird in der Standardausführung ohne Tasche geliefert. Am Ende entscheidet vor allem das eigene Setup: Yamaha punktet mit konsequentem Leichtbau, attraktivem Preis und Tasche im Lieferumfang. TAMA bietet mehr Einstellmöglichkeiten und mit dem Galgenbeckenständer das flexiblere Hardware-Paket.
