TAMA baut die noch junge Spartan Hardware Serie weiter aus. Nachdem das Konzept bereits mit leichten Cymbal-Ständern auf sich aufmerksam gemacht hat, rücken nun zwei besonders wichtige Hardware-Positionen am Drumset in den Fokus: HiHat und Snare.
Mit dem HH75DS Spartan Hi-Hat Stand und dem HS70S Spartan Snare Stand ergänzt TAMA die Serie um genau die Komponenten, bei denen viele Drummer keine Kompromisse eingehen möchten. Schließlich bringt der leichteste Ständer wenig, wenn die HiHat bei kräftiger Fußarbeit wandert oder die Snare bei Rimshots nicht stabil sitzt.
Die Grundidee der Spartan-Serie ist klar: weniger Gewicht, schnellerer Aufbau, aber trotzdem genug Stabilität für den professionellen Alltag. TAMA spricht selbst davon, die kleinen Stressfaktoren rund um schweres Setup, nervige Justierungen und Transport zu reduzieren, damit Drummer sich stärker auf ihr Spiel konzentrieren können. Das klingt zunächst nach klassischem Hersteller-Versprechen, trifft aber einen echten Punkt. Wer regelmäßig probt, spielt, lädt, aufbaut und wieder abbaut, weiß: Hardware-Gewicht ist kein Nebenthema.
Leichtbau ohne Wackelkandidat?
Spannend ist an Spartan nicht nur der Fokus auf geringes Gewicht, sondern die Art, wie TAMA das Thema angeht. Die Serie setzt stark auf Aluminium und neu konstruierte Rohrprofile. Gleichzeitig sollen stark belastete Bereiche wie Tilter, Gewinde und Verbindungspunkte weiterhin aus widerstandsfähigen Materialien wie Zinkdruckguss und Stahl gefertigt sein. Beim HH75DS spricht TAMA von einer durchgehenden Aluminium-Konstruktion und einem zweibeinigen Design zur Gewichtsreduzierung.
Genau hier liegt die eigentliche Frage: Wird Spartan eine reine Lightweight-Lösung für kleine Gigs und Proberäume oder eine echte Alternative zu schwererer Tour-Hardware? Die technischen Daten machen zumindest neugierig. Der HH75DS HiHat-Ständer wiegt nur 2,3 kg, bietet Direct Pull Action, eine Höhenverstellung von 675 bis 940 mm, einstellbare Federspannung und einen separat justierbaren Trittplattenwinkel. Dazu kommen Flatter Pipe Dual Legs, ein einklappbares Stabilisierungsbein, Glide-Tite Grip Joint, Non-Loosening Tension Rod und der sogenannte Spare-The-Rods Tension Rod Protector.
Für Drummer bedeutet das: TAMA versucht hier nicht einfach nur, Material wegzulassen. Die Konstruktion soll leicht bleiben, aber beim Spiel nicht nachgeben. Besonders die getrennte Einstellung von Federspannung und Trittplattenwinkel ist für die Praxis wichtig. Eine HiHat muss sich nicht nur stabil anfühlen, sondern auch schnell auf unterschiedliche Spielweisen reagieren.
Der Spartan HiHat-Ständer HH75DS
Der HH75DS ist vermutlich das spannendste neue Spartan-Modell. Eine HiHat ist im Setup viel stärker belastet als viele Beckenständer. Sie muss ständige Fußbewegungen, seitliche Belastungen und unterschiedliche Dynamik aushalten. Gerade bei kräftigem Rock-, Funk- oder Metal-Spiel trennt sich hier schnell gutes Design von hübschem Leichtbau.
TAMA setzt beim HH75DS auf ein zweibeiniges Design mit zusätzlichem einklappbarem Stabilisierungsbein. Das ist ein interessanter Kompromiss. Zweibeinige HiHat-Ständer sind auf engen Bühnen und bei Doppelpedal-Setups beliebt, können aber bei aggressiver Fußarbeit instabiler wirken als klassische dreibeinige Modelle. Die zusätzliche Stabilisierung könnte genau hier ansetzen.
Praktisch ist außerdem der Spare-The-Rods Tension Rod Protector. Die Zugstange kann für den Transport im oberen Rohr verstaut werden, wodurch sie weniger leicht verbiegt. Das klingt unspektakulär, ist aber genau so ein Detail, das man nach ein paar hektischen Auf- und Abbauten zu schätzen weiß. Auch die Easy Store Radius Rods zeigen, dass TAMA den Transportgedanken ernst nimmt.

Der Spartan Snare-Ständer HS70S
Auch der HS70S Snare-Ständer folgt dem Spartan-Prinzip. Er ist für Snaredrums von 12″ bis 15″ Durchmesser ausgelegt, besitzt eine Höhenverstellung von 390 bis 540 mm und wiegt nur 1,6 kg. Zur Ausstattung gehören unter anderem Quick-Set Tilter, Glide-Tite Grip Joint, ein kompakt faltbarer Korb und Flatter Pipe Tripod Legs.
Gerade beim Snare-Ständer ist geringes Gewicht ein zweischneidiges Thema. Einerseits will niemand unnötig schwere Hardware schleppen. Andererseits sitzt hier das Zentrum des Drumsets. Wenn die Snare bei Rimshots wandert, federt oder sich verdreht, ist der Spielspaß sofort vorbei. TAMA versucht das mit hohlen Aluminium-Korbarmen und Anti-Walk Rubber Feet zu lösen. Die Füße sollen unerwünschte Bewegungen reduzieren, selbst wenn der Ständer beim Spielen leicht vom Boden abhebt.
Der Quick-Set Tilter ist ebenfalls ein starkes Praxisdetail. Statt klassischer Zahnsegmente arbeitet das System mit glatten Metallscheiben und Reibung. Dadurch lässt sich der Winkel stufenlos einstellen. Wer seine Snare sehr flach, stark angewinkelt oder in einer speziellen Position spielt, dürfte davon profitieren.

Auch als Hardware-Kit
TAMA listet die neuen Spartan-Komponenten zudem als HS4S Spartan Hardware Kit. Dieses Paket besteht aus HS70S Snare Stand, HC72S Spartan Straight Cymbal Stand, HC73BS Spartan Boom Cymbal Stand und HH75DS Spartan Hi-Hat Stand. Damit wird aus einzelnen Lightweight-Ständern ein komplettes Hardware-Konzept für Drummer, die ihr Setup spürbar leichter machen möchten.
Das ist vielleicht der wichtigste Punkt an der Erweiterung. Einzelne leichte Ständer sind praktisch, aber der Effekt bleibt begrenzt. Wirklich interessant wird es, wenn Snare, HiHat und Beckenständer zusammen deutlich Gewicht einsparen, ohne dass sich das Set instabil anfühlt. Genau hier muss Spartan im Praxistest überzeugen.
Für wen könnte Spartan interessant werden?
Die neue Spartan-Hardware richtet sich nicht nur an Anfänger oder Gelegenheitsspieler. Im Gegenteil: Das Konzept dürfte vor allem für Drummer spannend sein, die regelmäßig unterwegs sind, aber keine Lust mehr auf überdimensionierte Hardware-Koffer haben. Club-Gigs, kleine Bühnen, Proberäume, Unterricht, Sessions und Backline-freie Jobs sind typische Einsatzbereiche.
Auch für ältere Drummer oder Spieler mit vielen Transportwegen kann ein leichteres Hardware-Setup ein echter Gewinn sein. Weniger Gewicht bedeutet nicht automatisch weniger Professionalität. Entscheidend ist, ob die Ständer im Spiel stabil bleiben, sich schnell einstellen lassen und nach vielen Aufbauten zuverlässig funktionieren.
Aus redaktioneller Sicht wirkt Spartan deshalb wie eine logische Antwort auf einen Trend, der schon länger sichtbar ist. Viele Drummer wollen nicht mehr grundsätzlich die schwerste Hardware, sondern die sinnvollste. Stabilität bleibt Pflicht. Aber jedes eingesparte Kilo zählt.
Was bleibt offen?
Noch offen ist natürlich der echte Praxiseindruck. Technische Daten und Herstellerangaben klingen vielversprechend, aber Hardware muss sich im Alltag beweisen. Besonders beim HH75DS wird spannend, wie stabil das zweibeinige Konzept mit Stabilisierungsbein bei kräftiger Fußarbeit wirklich bleibt. Beim HS70S muss sich zeigen, ob der leichte Korb auch schwere 14″ x 6,5″ oder 14″ x 8″ Snares dauerhaft ruhig hält.
Ebenfalls interessant wird die Positionierung im Tama-Programm. Spartan scheint nicht als ultrakompakte Einsteigerlösung gedacht zu sein, sondern als moderne Lightweight-Serie mit professionellem Anspruch. Damit könnte die Serie für Drummer attraktiv werden, die Roadpro-Stabilität schätzen, aber weniger Gewicht transportieren möchten.
Fazit
Mit dem HH75DS HiHat-Ständer und dem HS70S Snare-Ständer macht TAMA die Spartan-Serie deutlich kompletter. Die Richtung ist klar: leichtes Aluminium-Design, kompakter Transport, schnelle Justierung und genug Stabilität für ernsthafte Anwendungen. Besonders die Kombination aus niedrigem Gewicht, praxisnahen Details und typischen TAMA-Lösungen wie Quick-Set Tilter und Glide-Tite Grip Joint macht neugierig.
Ob Spartan im Alltag wirklich die Balance aus Leichtigkeit und Stabilität trifft, muss ein Praxistest zeigen. Auf dem Papier wirkt die Erweiterung aber sehr sinnvoll. Denn genau Snare- und HiHat-Ständer entscheiden darüber, ob ein leichtes Hardware-Setup nur bequem zu tragen ist oder sich auch auf der Bühne gut anfühlt.
Wenn TAMA hier hält, was die technischen Details versprechen, könnte Spartan für viele Drummer zu einer ernsthaften Alternative zur klassischen Schwergewicht-Hardware werden.
