Elektronische Drumpads waren lange Zeit ein ziemlich klar definiertes Konzept: Feste Pad-Anordnung, starres Raster, dazu ein Display und Menüs, durch die man sich im Zweifel erst einmal klicken muss. Der afk DRUMBEAM setzt genau hier an und denkt das Prinzip „Pad-Controller“ konsequent neu. Statt vorgegebener Triggerflächen bekommst du eine frei gestaltbare Spielfläche, die sich wie ein Instrument anfühlen soll, nicht wie ein kleiner Computer am Stativ.
Im Kern ist DRUMBEAM ein expressiver MIDI-Controller, der sich mit Drumsticks spielen lässt und dabei deutlich mehr als nur „Note an, Note aus“ liefert. Entscheidend ist, dass du dein Layout selbst baust, bis zu zwölf Zonen, jede mit eigener Größe, Farbe und eigenem Mapping. Das macht ihn besonders für Drummer spannend, die sich nicht an ein fixes 4×4-Pad-Grid gewöhnen wollen oder die sich für bestimmte Songs und Sets immer wieder neue „Spielflächen“ anlegen möchten.
Warum DRUMBEAM anders ist als klassische Drumpads
Der wichtigste Unterschied ist das fehlende starre Layout. Wo ein klassisches Pad mit seinen physischen Feldern schon vorgibt, wie du denken und greifen sollst, ist DRUMBEAM eher eine leere Bühne, die du dir selbst markierst. Das kann im Alltag überraschend praktisch sein: Für ein Live-Set legst du dir beispielsweise breite, gut treffsichere Zonen an, im Studio eher kleinteilige Bereiche mit CC-Steuerung und Layern, und für Unterricht oder Practice ein reduziertes, übersichtliches Setup. Dazu kommt der Fokus auf Spielgefühl und Ausdruck. DRUMBEAM erkennt nicht nur Velocity, sondern nutzt Position und Gesten als musikalische Parameter. Bedeutet: Wo du innerhalb einer Zone triffst, kann den Sound verändern. Und bestimmte Bewegungen oder Druck auf die Spielfläche lassen sich als Steuerdaten nutzen, ohne dass du am Modul oder Laptop drehen musst. Genau diese Idee macht das Gerät interessant für alle, die elektronische Sounds „drummer-like“ formen wollen, statt sie wie ein Programmierer zu automatisieren.
Bühne: Performance statt Menüs
Live zählt vor allem eins: Du willst spielen, nicht verwalten. DRUMBEAM zielt darauf, ein Performance-Instrument zu sein, bei dem du Sounds durch dein Spiel formst. Position, Velocity und Gesten werden zur Ausdrucksebene, die du unmittelbar in deinen Groove integrieren kannst. Der Ansatz „ohne Ablenkung durch Displays“ ist dabei mehr als ein Marketing-Satz: Wenn das Setup steht, arbeitest du nicht gegen ein Menü, sondern mit deiner Bewegung.
Praktisch ist auch, dass du Layouts als Presets speichern und schnell wechseln kannst. Das ist gerade im Kontext von Shows hilfreich, in denen du pro Song andere Sample-Gruppen, One-Shots oder Effektsteuerungen brauchst.
Studio: Kreativer Flow und bewegte Automation
Im Studio kann DRUMBEAM seine Stärken besonders ausspielen, weil es nicht nur um Triggern, sondern um lebendige Steuerung geht. Wenn du Parameter über Bewegung automatisierst, entstehen Grooves, die weniger nach „statischer Loop“ klingen. Das ist interessant für Hybrid-Setups, bei denen du Drums mit elektronischen Layers kombinierst oder Synth- und Sample-Engines spielerisch modulieren willst.
Wichtig: DRUMBEAM versteht sich als MIDI-Zentrale, nicht als abgeschlossene Soundbox. Er ist dafür gemacht, mit Samplern, Synths und DAWs zu arbeiten. Wenn du schon ein bevorzugtes Setup hast, ist das eher ein Vorteil, weil du DRUMBEAM als Eingabegerät nahtlos integrierst.
Unterwegs: leicht, USB, sogar Smartphone
Elektronisches Drumming scheitert unterwegs oft an Stromversorgung, Gewicht oder Setup-Aufwand. DRUMBEAM positioniert sich klar als portable Lösung: Er läuft über USB, passt in den Rucksack und kann sogar mit dem Smartphone betrieben werden. Für spontane Jams, Hotelzimmer-Übungen oder kleine Produktions-Sessions ist das ein sehr zeitgemäßer Ansatz, vor allem, wenn man ohnehin mit mobilen Samplern oder iOS/Android-Setups arbeitet.
Einrichtung: Browser-App statt Installationsmarathon
Ein Punkt, der im Alltag wirklich zählt, ist die Konfiguration. DRUMBEAM setzt auf eine Konfigurations-App direkt im Browser, ohne Installation. Du richtest dein Gerät also unkompliziert ein, passt Layouts an, weist MIDI-Noten oder CCs zu und stellst Sensitivität sowie Reaktionsverhalten ein. Wenn das zuverlässig umgesetzt ist, nimmt es viel Reibung aus dem Thema „Hybrid-Setup“, weil du nicht erst Treiberpakete und Editor-Software pflegen musst.
Dass die Anpassung sogar per WLAN und von verschiedenen Geräten aus möglich sein soll, passt gut zur Grundidee: Dein Setup bleibt flexibel, ohne dass es kompliziert wird.
Mounting – Bühnentaugliche Montage
Damit ein Performance-Controller am Drumset wirklich Sinn ergibt, muss er sicher befestigt sein. DRUMBEAM kommt mit einem Multi-Mount-System, das gängige Drum-Hardware abdeckt. Der Mount soll in 11-mm- und 13-mm-Klemmen passen und lässt sich auch auf ein M8-Gewinde schrauben, wie man es etwa von Beckenständern kennt. Für Drummer ist das ein entscheidendes Detail, weil es darüber entscheidet, ob ein Gerät im Alltag „immer dabei“ ist oder doch zu Hause bleibt.
Kurzfazit für Drummer
Der afk DRUMBEAM ist kein klassisches Pad mit festem Raster, sondern ein konfigurierbares Performance-Interface für elektronisches Drumming. Wer möglichst schnell fertige Sounds im Gerät will, wird eher bei Sample-Pads mit interner Library landen. Wer dagegen sein eigenes Setup aus DAW, Sampler oder Synth spielen und dabei ausdrucksstark steuern möchte, bekommt hier ein Konzept, das deutlich näher am „Instrument“ als am „Menügerät“ liegt.
