Wer mit dem Schlagzeug lernen anfängt, will meist schnell Songs spielen. Verstehe ich. Trotzdem lohnt es sich, am Anfang ein paar Basics sauber zu setzen, weil sie dir später Tempo, Kontrolle und entspanntes Spielgefühl schenken. Die folgenden fünf Übungen sind so gewählt, dass du damit direkt musikalischer wirst und nicht nur „trocken“ ruderst.
1) Single Strokes mit Time-Gefühl
Single Strokes sind das Fundament für fast alles, was du später spielst, von Fills bis Grooves. Spiel abwechselnd rechts links in gleichmäßigen Achteln oder Sechzehnteln, erst auf der Snare oder dem Pad, später verteilt über Toms.
Worauf du achten solltest: Gleicher Ton, gleiche Lautstärke, gleiche Abstände. Wenn die Schläge „eiern“, ist das Timing noch nicht stabil. Lieber langsam starten und sauber bleiben.
2) Achtel-Groove: Bassdrum, Snare, HiHat
Der klassische Einsteiger-Groove ist aus gutem Grund ein Klassiker: Du lernst Koordination, Timing und eine stabile „Band-Feel“-Basis. HiHat in Achteln, Snare auf 2 und 4, Bassdrum zuerst nur auf 1 und 3. Wenn das sitzt, variierst du die Bassdrum, zum Beispiel auf 1 und „und“ von 2.
Tipp aus der Praxis: Zähl laut mit. Das fühlt sich anfangs komisch an, macht dich aber schneller sicher.
3) Paradiddle für Kontrolle und Flow
Der Paradiddle (R L R R / L R L L) ist die beste Abkürzung zu kontrollierten Händen, weil du Wechsel und Doppelschläge kombinierst. Spiel ihn erst als Achtel, später als Sechzehntel. Wenn es klappt, setze Akzente auf den ersten Schlag jeder Vierergruppe. Dadurch klingt es sofort nach „Musik“ statt nach Übung.
Warum das wichtig ist: Du baust dir damit später Fills, Ghost-Note-Pattern und HiHat-Variationen praktisch nebenbei.
4) Dynamik: Akzent-Training und Ghost Notes
Viele Anfänger spielen alles gleich laut. Das ist normal, aber genau hier trennt sich schnell „es groovt“ von „es klappert“. Spiel einfache Sechzehntel auf einem Pad oder der Snare und setze nur jeden zweiten oder vierten Schlag als Akzent, der Rest bleibt leise.
Ziel: Leise Schläge wirklich leise, Akzente klar und stabil. Diese Übung macht Grooves sofort professioneller.
5) Timing-Übung: Metronom auf 2 und 4
Wenn du nur eine Übung fürs Timing behalten willst, dann diese. Stell das Metronom so ein, dass du den Click als Backbeat empfindest, also auf 2 und 4. Du spielst einen einfachen Achtel-Groove dazu. Das zwingt dich, die 1 und 3 „selbst“ zu fühlen und macht dich bandtauglich.
Start: langsam, damit du nicht rätst, wo der Click ist. Sobald es sitzt, fühlt sich alles stabiler an, auch ohne Metronom.
Gear-Tipps: Was du zum Schlagzeug lernen wirklich brauchst
Metronome: 3 Empfehlungen
- Tama Rhythm Watch RW200: Drummer-Klassiker mit lauten, klaren Clicks und gut nutzbaren Trainingsfunktionen.
- Boss DB-90 Dr. Beat: Sehr flexibel, viel Übungskram, langlebig und auf Pro-Niveau.
- Korg MA-2: Günstig, simpel, macht genau den Job, wenn du einfach nur zuverlässig üben willst.
Practice Pads: 2 Empfehlungen
- Evans RealFeel (12″): Standard-Empfehlung, gutes Rebound-Gefühl, robust.
- Meinl Marshmallow Pad: Leiser und „weicher“, super für Kontrolle und Nachbarn.
Sticks: 3 Empfehlungen
- Vic Firth 5A: Der Allround-Referenzstick, passt für fast alles.
- Zildjian 5A: Ähnliches Konzept, oft minimal anderes Gewicht und Feel, Geschmackssache.
- Meinl 5A (oder Hybrid 5A): Solide Alternative, je nach Modell mit etwas anderer Balance.

