Alesis und Zildjian haben eine strategische Partnerschaft angekündigt. Den Auftakt bildet das Soundpaket Zildjian Session Mix Vol. 1 mit gesampelten Becken aus dem Zildjian Artist Vault. Die Sounds stehen für Alesis Strata Module, BFD Player und BFD 3.5 zur Verfügung.
Alesis und Zildjian arbeiten künftig bei der Entwicklung digitaler Beckensounds zusammen. Ziel der Kooperation ist es, ausgewählte Zildjian Becken als detaillierte Samples für E-Drums und Musikproduktionen anzubieten. An den Aufnahmen ist auch das Team von BFD Drums beteiligt, das wie Alesis zur Unternehmensgruppe inMusic gehört.
Die Zusammenarbeit betrifft zunächst ausschließlich die Sounds. Neue Pads oder gemeinsam entwickelte E-Drum-Hardware wurden bislang nicht angekündigt. Im Mittelpunkt stehen vielmehr kostenpflichtige Erweiterungspakete für die Module der Alesis Strata Serie sowie die Softwareinstrumente BFD Player und BFD 3.5.
Becken aus dem Zildjian Artist Vault
Als Ausgangspunkt für die Samples dient der Zildjian Artist Vault. In dieser Sammlung befinden sich ausgewählte Becken, aus denen normalerweise Zildjian Endorser ihre persönlichen Setups zusammenstellen. Für die neuen Soundpakete werden passende Instrumente ausgewählt und vom BFD Team aufgenommen.
Die Herkunft der Samples ist durchaus relevant. Bei digitalen Beckensounds entscheidet nicht allein das verwendete Modell über das Ergebnis. Ebenso wichtig sind die Anzahl der Dynamikstufen, die aufgenommenen Spielzonen und das Verhalten der Samples bei schnellen Schlagfolgen. Gerade Hi-Hats und Ride-Becken stellen E-Drum-Systeme vor größere Herausforderungen, weil hier viele Abstufungen zwischen geschlossenem, halboffenem und offenem Klang sowie verschiedene Anschlagpositionen berücksichtigt werden müssen.
Alesis verspricht sich von der Zusammenarbeit mehr klangliche Tiefe und ein natürlicheres Spielgefühl. Ob sich die feinen Unterschiede der gesampelten Becken auch über die verschiedenen Alesis Pads vollständig umsetzen lassen, kann allerdings erst ein Praxistest zeigen.
Zildjian Session Mix Vol. 1 macht den Anfang
Das erste Ergebnis der Partnerschaft trägt den Namen Zildjian Session Mix Vol. 1. Das Paket kombiniert vier gesampelte Zildjian Becken mit einem sechsteiligen Bubinga Drumset. Enthalten sind ein 17 Zoll und ein 19 Zoll A Custom Rezo Crash, eine 15 Zoll New Beat Hi-Hat sowie ein 20 Zoll K Custom Dark Ride. Das akustische Set besteht aus einer 22 Zoll Bassdrum, einer 14 Zoll Snare und vier Toms in 10, 12, 14 und 16 Zoll.
Damit zielt die erste Erweiterung weniger auf experimentelle Effektsounds als auf ein vielseitiges Studio-Setup. Die beiden A Custom Rezo Crashes liefern unterschiedliche Größen für schnelle und breitere Akzente. Die New Beat Hi-Hat gehört zu den bekannten Allroundmodellen des Herstellers, während das K Custom Ride eine dunklere Klangfarbe beisteuert.
Laut BFD wurde das Set so aufbereitet, dass es sich ohne umfangreiche Nachbearbeitung in Produktionen einsetzen lässt. Gleichzeitig können die einzelnen Instrumente innerhalb der jeweiligen Software oder des Strata Moduls angepasst und mit eigenen Kits kombiniert werden. MIDI-Grooves gehören nicht zum Lieferumfang.
Eine Lizenz für drei Plattformen
Zildjian Session Mix Vol. 1 ist mit BFD Player, BFD 3.5 und den Alesis Strata Modulen kompatibel. Nach Angaben des Herstellers schaltet ein einmaliger Kauf die Versionen für alle drei Plattformen frei. Das Paket muss also nicht separat für Software und E-Drum-Modul erworben werden.
Für die Installation auf einem Strata Modul ist mindestens die Systemversion 1.5 erforderlich. Der Kauf und Download kann anschließend direkt über das Modul erfolgen. Wer die Erweiterung am Computer verwendet, benötigt eine Lizenz für BFD Player oder BFD 3.5. Für die Installation werden rund 16,5 GB freier Speicherplatz angegeben.
Die plattformübergreifende Lizenz ist ein sinnvoller Ansatz. Ein Soundpaket kann damit sowohl am E-Drum-Set als auch innerhalb einer DAW genutzt werden. Das erleichtert Produktionen, bei denen eine Performance zunächst über das E-Drum eingespielt und später als MIDI-Spur bearbeitet wird.
Weitere Zildjian Erweiterungen sind geplant
Zildjian Session Mix Vol. 1 ist nach Angaben der beteiligten Unternehmen lediglich der Auftakt. Weitere Soundpakete sollen ab Ende August 2026 erscheinen. Im Verlauf des Jahres sind regelmäßige Veröffentlichungen mit zusätzlichen Zildjian Serien und modernen Beckensounds vorgesehen. Konkrete Modelle oder Termine wurden noch nicht genannt.
Bemerkenswert ist die Kooperation auch deshalb, weil Zildjian mit der Alchem-E Serie eigene elektronische Schlagzeuge anbietet. Durch die Zusammenarbeit mit Alesis und BFD öffnet das Unternehmen seine gesampelten Beckensounds nun für weitere Hard- und Softwareplattformen. Für Zildjian entsteht damit ein zusätzlicher Vertriebsweg, während Alesis seine Strata Module um den Namen und das Klangarchiv eines etablierten Beckenherstellers erweitert.
Für Nutzer der Strata Serie ist vor allem interessant, wie umfangreich die kommenden Pakete ausfallen und wie realistisch sich Ride- und Hi-Hat-Artikulationen spielen lassen. Die Auswahl aus dem Artist Vault und die Erfahrung des BFD Teams bilden dafür eine gute Grundlage. Eine Aussage über Dynamik, Übergänge und Triggerverhalten ist anhand der bisherigen Klangbeispiele jedoch nur eingeschränkt möglich.
Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Alesis Themenseite und auf der Produktseite von BFD Drums.
