Diese vier weiteren Songs meiner Reihe zeigen, wie vielseitig die Ludwig Supraphonic im Studio eingesetzt wird. Manchmal zählt der trockene Punch, manchmal der metallische Ring, manchmal die Fähigkeit, in einem dichten Mix klar zu bleiben. Solltet ihr Teil 1 noch nicht gelesen haben, findet ihr ihn hier:
Phil Collins – In the Air Tonight
Kein Drum-Fill der Popgeschichte ist so bekannt wie der große Einsatz in „In the Air Tonight“. Der Song baut sich lange auf, bleibt körperlos und lebt zunächst von Atmosphäre, Stimme und Spannung. Wenn die Drums schließlich einsetzen, ist es das Highlight des Songs.
Der Snare-Sound ist groß, trocken und stark vom Studio geprägt. Gated Reverb, Kompression und Raumanteil prägen die Snare-Schläge. Die Supraphonic liefert den hellen Attack und die klare Ansprache, die ein solcher Sound braucht. Der eigentliche Charakter entsteht zwar durch Produktion und Effektbearbeitung, aber die Grundlage muss stimmen.
Bei „In the Air Tonight“ hört man, warum eine gute Studio-Snare auf den Punkt reagieren und genug Ton liefern muss, damit Produzenten daraus einen unverwechselbaren Sound formen. Die Supraphonic ist für solche Situationen gemacht.

Green Day – American Idiot
„American Idiot“ ist ein gutes Beispiel für modernen Punkrock mit Radiosound. Tré Cool spielt den Song druckvoll und mit viel Energie. Die Snare sitzt weit vorne im Mix und treibt den Song gemeinsam mit den Gitarren nach vorne.
Der Sound ist fett, trocken und sehr kontrolliert. Es geht um einen Backbeat, der funktioniert. Das Stück zeigt, warum Snares aus dem Ludwig-Umfeld im Rockstudio so beliebt sind. Sie bringen Attack, Körper und Präsenz mit, ohne im Mix zu verschwimmen.
Auch wenn bei „American Idiot“ nicht immer eindeutig eine Supraphonic genannt wird, ist es überliefert, dass der Song mit der Snare recordet wurde. Jedenfalls passt der Sound sehr gut zu dem, was man mit einer LM402 erreichen kann. Tiefere Stimmung, etwas Dämpfung, kräftiger Anschlag und schon entsteht dieser große Rock-Crack, der zwischen Gitarrenwänden bestehen kann.
Queens of the Stone Age – No One Knows
„No One Knows“ lebt von Dave Grohls präzisem und druckvollem Spiel. Der Groove ist nicht kompliziert, aber die Ausführung macht ihn besonders. Jede Kick, jeder Akzent und jeder Snare-Schlag sitzen so kontrolliert, dass der Song gleichzeitig schwer und tanzbar wirkt.
Die Snare klingt trocken, kurz und aggressiv. Sie hat wenig Raumklang und eine direkte Studio-Präsenz. In einem Song mit viel Gitarrenmasse braucht die Snare kein langes Sustain.
Eine Supraphonic kann diesen Charakter liefern. Mit kontrollierter Dämpfung, mittlerer bis tiefer Stimmung und hartem Anschlag entsteht ein Sound, der sich perfekt in so einen Mix setzt. „No One Knows“ zeigt die rockige Seite dieses Snare-Typs.
Tame Impala – Lost in Yesterday
„Lost in Yesterday“ zeigt eine andere Seite moderner Drum-Produktion. Der Song klingt t nach einem stark geformten, retro-futuristischen Pop-Sound. Die Drums sind tight, trocken und grooven wie ein Loop, obwohl sie organisch wirken.
Die Snare ist kompakt und klar platziert. Sie sitzt im Zentrum des Grooves, lässt aber Synths, Bass und Vocals genug Platz. Eine Supraphonic klingt grundsätzlich offen und lebendi, lässt sich aber mit Dämpfung in einen trockenen Studioton bringen.
Bei „Lost in Yesterday“ geht es nicht um Konsistenz. Jeder Schlag sitzt gleichmäßig und schiebt den Song nach vorne. Das ist eine Qualität, die man bei der Supraphonic oft unterschätzt. Sie ist laut, aber eben auch reduziert, trocken und poptauglich.
