Foo-Fighters- und Nine-Inch-Nails-Drummer Ilan Rubin steht im Mittelpunkt eines Rechtsstreits um die Boutique-Drumfirma Q Drum Co. Im Kern geht es um die Kontrolle über das Unternehmen, dessen Vermögenswerte und die Frage, wie es nach dem Tod von Firmengründer Jeremy Berman weitergehen sollte.
Berman, der Q Drum Co. gegründet hatte, starb im Januar 2023 an Magenkrebs. Seitdem stehen sich Rubin und Bermans frühere Partnerin Brandi Booth in einer rechtlichen Auseinandersetzung gegenüber, die inzwischen vor kalifornischen Gerichten ausgetragen wird.
Streit um Besitzrechte und Firmenkontrolle
Q Drum Co. gehörte seit Jahren zu den spannendsten Namen im Boutique–Drumbau. Die Marke stand für eigenständige Kesselkonstruktionen, markante Designs und Custom-Drums, die vor allem in der Alternative-, Indie- und Rockszene einen guten Ruf genießen.
Der aktuelle Rechtsstreit dreht sich um die Frage, wer nach Bermans Tod rechtmäßig Kontrolle über das Unternehmen hatte. Booth macht geltend, sie sei über den Nachlass zur Nachfolgerin von Bermans Unternehmensanteil geworden. Laut ihrer Darstellung soll Rubin diese Position nicht anerkannt haben.
In ihrer Gegenklage wirft Booth Rubin unter anderem Verletzung treuhänderischer Pflichten, Betrug und zivile Verschwörung vor. Außerdem geht es um Firmenvermögen, Finanzunterlagen, mögliche Markenrechte und weitere Vermögenswerte des Unternehmens.
Wichtig ist dabei: Es handelt sich bislang um Vorwürfe in einem laufenden Verfahren. Eine gerichtliche Entscheidung über die inhaltlichen Anschuldigungen liegt nicht vor.
Rubin äußert sich zur Auseinandersetzung
Ilan Rubin hat sich inzwischen öffentlich zu dem Fall geäußert und die Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen. In einer Erklärung betonte er seine lange persönliche und geschäftliche Verbindung zu Jeremy Berman.
„Ich kannte Jeremy seit etwa 32 Jahren und wir waren in den letzten 10 Jahren gemeinsam im Geschäft“.
Nach seiner Darstellung habe er zunächst über Monate versucht, die Angelegenheit privat zu klären. Erst nachdem diese Versuche gescheitert seien, habe er sich gezwungen gesehen, den Konflikt öffentlich zu machen. Rubin sagte sinngemäß, dass ihm nach fast sechs Monaten privater Bemühungen keine andere Option geblieben sei, als die Angelegenheit in den sozialen Medien öffentlich zu machen.
Auch den Vorwurf, er habe finanziell von der Situation profitiert, weist Rubin zurück.
„Ich habe über die Jahre Geld in Q investiert, ich habe nie auch nur einen Cent herausgezogen“,
erklärte der Drummer.
Damit stehen sich zwei sehr unterschiedliche Darstellungen gegenüber. Booth sieht sich als rechtmäßige Vertreterin von Bermans Interessen und erhebt schwere Vorwürfe gegen Rubin. Rubin wiederum stellt sich als langjähriger Geschäftspartner dar, der das Unternehmen mitgetragen und nach Bermans Tod versucht habe, eine private Lösung zu finden.
Auch Rubin hatte zuvor geklagt
Der Fall ist nicht einseitig entstanden. Bereits zuvor hatten Rubin, Elitist Enterprises Inc. und Q Drum Co. Klage gegen Booth eingereicht. Darin wurden Booth unter anderem Betrug, unerlaubte Aneignung, unlauterer Wettbewerb und die Störung wirtschaftlicher Geschäftsbeziehungen vorgeworfen.
Außerdem geht es um die Frage, ob Booth die ursprüngliche Q Drum Co. beendet und später eine neue Gesellschaft mit gleichem Namen gegründet haben soll. Auch dieser Punkt ist Teil der juristischen Auseinandersetzung und bislang nicht abschließend geklärt.
Damit geht es in dem Verfahren nicht nur um persönliche Vorwürfe, sondern um zentrale Fragen des Unternehmensrechts: Wer durfte nach Bermans Tod über Q Drum Co. entscheiden? Wem gehören Vermögenswerte, Markenrechte und Geschäftsunterlagen? Und wer war berechtigt, die Zukunft der Firma zu bestimmen?
Ilan Rubin: Neuer Foo-Fighters-Drummer
Für viele Rockfans ist Ilan Rubin aktuell vor allem als neuer Drummer der Foo Fighters präsent. Zuvor war er vor allem durch seine Arbeit mit Nine Inch Nails, Paramore, Angels & Airwaves und Danny Elfman bekannt geworden.
Rubinist ein technisch starker und vielseitiger Schlagzeuger, der weit mehr kann als klassisches Rock-Drumming. Seine Karriere begann außergewöhnlich früh. Als Mitglied von Nine Inch Nails wurde er in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen und gehört damit zu den jüngeren Musikern, die diese Auszeichnung erhalten haben.
Ein Fall mit vielen offenen Fragen
Der Rechtsstreit zeigt, wie kompliziert die Nachfolge in kleinen Musikunternehmen werden kann. Gerade im Boutique-Bereich sind Firmen oft eng mit einzelnen Personen verbunden. Wenn Besitzverhältnisse, Nachlassfragen und operative Verantwortung nicht eindeutig geregelt sind, kann aus einem persönlichen Verlust schnell ein geschäftlicher und juristischer Konflikt entstehen.
Für Ilan Rubin kommt der Fall zu einem Zeitpunkt, an dem seine Rolle bei den Foo Fighters besonders im Fokus steht. Gleichzeitig bleibt festzuhalten: Die Vorwürfe gegen ihn sind bislang Anschuldigungen in einem laufenden Verfahren. Rubin selbst bestreitet die Darstellung und sagt, er habe über Jahre Geld in Q Drum Co. investiert, ohne daraus Gewinn gezogen zu haben.
D&P wird den Fall weiter beobachten, vor allem mit Blick auf Q Drum Co. und die Frage, wie es mit der Boutique-Marke weitergeht.
