Unter der Hausmarke FAME hat der Music Store Köln kürzlich ein neues E-Drum Set mit Namen Fame DD-ONE Akoustic auf den Markt gebracht. Es verbindet die Optik eines akustischen Schlagzeuges mit E-Drum Elektronik. Wir wollten wissen, ob diese Fame Akoustic E-Drum Version – besonders in dieser Preisklasse- mit den Mitbewerbern mithalten kann.
Auf den ersten Blick kommt die Optik des E-Sets mit Trommelkesseln ansprechend daher. Die Holzkessel sind mit einer schwarzen Holzimitat-Folie bezogen und Trommler/innen bekommen ‚richtige’ Trommelgrößen mit 20˝ Bassdrum, 10˝ und 12˝ Toms, 14˝ Floortom und einer 14˝ Snaredrum. Dazu kommen zwei 16˝ große Crashbecken, ein 18˝ Ride sowie eine 14 ˝ Hihat. Die beiden Toms werden auf der Bassdrum mittels Doppeltomhaltegelenk und Ball-System stufenlos einstellbar befestigt. Im Lieferumfang befinden sich des Weiteren 3 x doppelstrebige Beckenstative mit Ausleger, ein Snarestativ, eine Dreibein HiHat- Maschine, ein Bodenstativ für das Sound Modul sowie eine Single Fußmaschine. Noch ein Hocker dazu gestellt, und das Set ist spielfertig.
Unterschiede zum Acoustic-Set
Der Unterschied zu einem echten akustischen Set offenbart sich beim zweiten Hinschauen auf Grund der Mesh-Head Bespannung der Trommeln und natürlich der Kunststoffbecken. Identisch mit einem Akustik Set ist wiederum die Verwendung einer ganz normalen HiHat Maschine, wobei das Top-’Becken’ bzw. die dem Original nachempfundene Gummiplatte einfach an der HiHat Zugstange befestigt wird (wie ein echtes HiHat Becken). Ein unteres HiHat Becken gibt es nicht, dafür wird eine runde Kunststoffaufnahme mit der integrierten Sensorik für offene, halboffene und geschlossene HiHat Bewegungen auf den unteren Beckenhalter aufgesetzt. Sobald das Klinkenkabel am oberen Pad eingesteckt und mit dem Sound Modul verbunden ist, kann’s schon losgehen. Eine gute Lösung und ein echtes benutzerfreundliches Detail, da keine extra Kalibrierung der E-HiHat notwendig ist. Die drei übrigen Becken, 2 x Crash und 1 x Ride, können sowohl am Rand und auf dem Profil (beide 16˝ Crashes) sowie das 18˝ Ride zusätzlich noch auf der Kuppe gespielt werden, inklusive Abstopp– (Choke-) Möglichkeiten bei allen dreien.
Bei den Trommel-Pads sind weiße Mesh-Heads aufgezogen, die Spannreifen mit dicken Gummiringen an den Schlagfellseiten überzogen, damit Rimshots gedämpft werden und beim Anschlagen nicht ’knallen’. Die Reifen sollen ja ausschließlich den Rimshot triggern, und möglichst keinen eigenen Sound erzeugen, was besonders beim Spielen in Wohnungen gegen Ruhestörung hilft. Die Mesh-Heads und Beckenpads geben ansonsten kaum Geräusche ab. Die Gewebefelle sorgen außerdem für eine natürliche Ansprache.

Trigger Technologie mit Positionserkennung
Innerhalb der einzelnen Kessel ist die Trigger- Elektronik verbaut, wobei speziell das Snarepad aufwendiger gestaltet ist, Das 14˝ große Pad ist neben dem Rimshot Triggering zusätzlich mit einer Positionserkennung für das Schlagfell ausgestattet, wodurch sich je nach Anschlagpunkt der Sound realitätsnah verändert sowie Sensibilität und Dynamikverhalten verbessert. So lassen sich authentische Spieltechniken mit Dynamik und Rimshots umsetzen, selbstverständlich abhängig von den gewählten Sounds und Presets. Auch die 2-Zonen Tompads stehen in dieser Hinsicht in nichts nach, die Dynamikstufen sind sorgfältig abgestimmt und das Ansprechverhalten verhält sich je nach Preset Sounds authentisch. In diesem Zusammenhang empfand ich es beispielsweise wiederum praktisch, daß sich bei jedem Set–Up die Lautstärkeverhältnisse der einzelnen Klangerzeuger im Sound Modul problemlos mit Hilfe der ’Mixer’ Taste und eines Drehrads flink und präzise einstellen lassen. Beim Anspielen des jeweiligen Instruments wird hierbei automatisch die passende Pad-Position im Display angezeigt. Außerdem ist ein direkter Zugriff auf die Einzellautstärken jedes Pads mittels des eingebauten Mixers und Schiebereglern eine große Hilfe, da man mit einem Handgriff auch während des Spielens bspw. Snare, Toms, Bassdrum oder Becken einzeln nachregeln kann.

Das Soundmodul
Die PURE DRUM 2.0 Sound-Engine bietet über 1.500 hochwertige Drum-, Percussion- und Effekt-Sounds. Es stehen 92 Preset-Kits und 50 frei editierbare User-Kits zur Verfügung. Jedes Pad kann bei Pitch, Decay, Attack, Resonanz, Sustain und Lautstärke sowie das Snarepad zusätzlich bei Snare Buzz und jedes Becken wiederum auch in seiner Größe bearbeitet werden. Es können darüber hinaus eigene (WAV) Samples per SD Karte geladen und über Layer-Funktionen mit internen Sounds kombiniert werden. Des Weiteren lässt sich eine individuelle Gestaltung der jeweiligen Sounds mittels umfangreicher Effekte wie Pad-EQ, Pad-Kompression, Reverb, Distortion oder Pitch-und Modulations-Effekte für nahezu jedes Genre von Rock, Metal, Hip-Hop, Jazz über Funk und Latin bis hin zu World- und Percussion- Sounds erreichen.

Simon Phillips Sounds
Die Samples der Drumsounds wurden übrigens von Simon Phillips höchstpersönlich entwickelt, wobei von ihm für den Music Store Professional ein exklusiver Soundpool mit über 120 Drum- und Beckensounds erstellt wurde. Die Drum- und Cymbal- Sounds wurden mit seinem Tama Star Drumset aufgenommen, wobei die hierbei entstandenen 1100 Einzelsamples von ihm persönlich eingespielt und für die DD-One Sound Engine explizit bearbeitet wurden. Die Drumsamples sind von bester Qualität und verfügen über große Natürlichkeit und längere Ausklingzeiten. Die Klangcharakteristik der im DD-One verwendeten Einzelsounds ist selbstverständlich abhängig von der Stilistik der jeweiligen Presets ab. Soll heißen, ein ’Rock‘ oder ’Metal‘ Drumset bietet Genre-bedingt kürzere und trockenere Drumsounds als ein offen gestimmtes Jazz-, Fusion- oder Besen Set-Up. Alles in allem geben die aufwendig erstellten Sounds Schlagzeuger/innen die Möglichkeit, zu Hause, im Proberaum oder auf der Bühne mit Profi-Sounds zu performen. Neben den Simon Phillips Sounds gibt es weitere 77 Percussion-Klänge, die in einem professionellen Kölner Tonstudio aufgenommen wurden.
Bedienung FAME DD-ONE Akoustic E-Drum Set
Die Bedienung des DD-One Sound Moduls ist auf Grund des logischen Aufbaus und der übersichtlichen Anordnung intuitiv und einfach. Auf der Oberseite gut sichtbar befindet sich das große und farbig gestaltete beleuchtete TFT-Display, das mit kontrastreicher Detailtreue und Top Lesbarkeit überzeugt. Des weiteren hat es Taster für Anwahl von Mixer, Click, Effect, Song, Instrument, Kit, Exit und Save/Enter sowie 2 Drehregler zum Scrollen (Cursor) bzw. Feineinstellen sowie 4 Potis für Phones, Output, Click und Aux In. Sehr praktisch das Mischpult zur Lautstärke Regulierung der einzelnen Pads sowie des gewählten Effekts.
Etwas professioneller hätte ich mir allerdings die Lautstärke Anzeige der einzelnen Kanäle gewünscht, die mit LEDs bestückt höchstwahrscheinlich ein Volume Level übersichtlicher und genauer anzeigen würde, als das eingebaute Leuchtband, das zwar schön bunt, aber wenig detailliert blinkt. Die ansonsten großzügige Ausstattung des Sound Moduls wird ergänzt mit praktischen Übe-Tools wie Metronom mit Tap-Tempo und Coach-Modus sowie Audio- und MIDI-Recording auf SD-Karte.
Für den Live- und Studio-Einsatz bzw. zur externen Bearbeitung der einzelnen Sounds stehen auf der Rückseite des Moduls acht Einzelausgänge (Klinke) zur Verfügung, sowie zusätzliche Stereo-Ausgänge in symmetrischer Ausführung sowie Klinkenausgänge. Somit lässt sich das Modul auch dank USB Audio- und MIDI-Interface sowie Bluetooth Audio und MIDI problemlos in moderne Recording- und Live- Setups integrieren.
Fazit FAME DD-ONE Akoustic:
Das Fame DD-ONE Akoustic E-Drumset bietet mit Kesseln in Holzoptik und echten Trommelgrößen, echter HiHat und verchromter Hardware eine Akustik-Set-Optik verbunden mit E- Drum- und Percussion-Sounds. Dank hochwertiger Samples -wobei die Schlagzeugsounds von Simon Phillips aufgenommen und bearbeitet wurden- innovativer Algorithmen und hoher Rechenleistung stehen insgesamt 1.576 Preset-Sounds sowie die Möglichkeit zum Import von bis zu 99 eigenen Samples zur Verfügung, die in 92 Preset-Kits und 50 frei konfigurierbaren User-Kits organisiert werden können.

Anschlagspositionen werden insbesondere beim Snarepad genau erkannt und akustische Eigenschaften wie Rimshots, Rimclicks, Snare-Resonanz sowie die unterschiedlichen Tom- und Cymbal-Pad-Größen authentisch simuliert. In Verbindung mit den in der Spannung einstellbaren Mesh-Heads sorgen Anschlags-sensible Sensoren für natürliche Ansprache und ermöglichen unter anderem Spieltechniken mit Rimshots oder Cross-Sticking, wodurch ein authentisches Spielgefühl erreicht wird.
Darüber hinaus werden umfangreiche Möglichkeiten zur Soundgestaltung durch individuelles Konfigurieren der Sounds sowie durch Laden eigener Samples geboten. Für den Live-und Studio- Einsatz sorgen Einzelausgänge für maximale Flexibilität bei der Klangbearbeitung. In der Zusammenfassung bietet das Fame DD-One Acoustic E-Kit bietet eine Vielzahl an ’Pro’ Features und erstklassigen Sounds zu einem fairen Preis, die ihm in dieser Preisklasse ein Alleinstellungsmerkmal sichern.
PS: Ich habe zur klanglichen Darstellung einige Soundbeispiele mit Werkseinstellung (ohne extra Bearbeitung im Sound Modul) aufgenommen. Sie bieten einen kleinen Ausschnitt der Preset Konfigurationen und sollen einen akustischen Eindruck des Fame DD-One Akoustic E-Drums vermitteln.
Text, Fotos und Recording: Manni von Bohr
