Mit dem EAD20 stellt Yamaha ein neues Electronic Acoustic Drum Module vor. Das System kombiniert die Abnahme eines akustischen Drumsets mit Effekten, Trigger-Sounds, Recording und Streaming. Eine neue Sensor-Einheit und erweiterte Anschlüsse sollen das Konzept flexibler machen.
Yamaha hat das EAD20 am 3. September 2026 offiziell vorgestellt. Das neue Modell führt das Konzept des EAD10 fort und dürfte der legitime Nachfolger sein: Eine kompakte Sensor-Einheit nimmt das akustische Drumset auf, während das angeschlossene Modul die Signale verarbeitet. Das ermöglicht Monitoring, Klangbearbeitung und Aufnahmen ohne eine klassische Mikrofonierung mit mehreren Mikrofonen, Stativen und Kabeln.
Neben Proberaum und Unterricht richtet sich das EAD20 an Drummer, die ihr Set unkompliziert aufnehmen, in ein hybrides Setup integrieren oder für Videos und Livestreams nutzen möchten.
Ein Sensor für das gesamte Drumset
Die neu entwickelte Sensor-Einheit wird am Spannreifen der Bassdrum befestigt und erfasst den Klang des gesamten Sets. Gleichzeitig ist ein Kick-Trigger integriert, der die Anschläge der Bassdrum erkennt. Zusätzliche Trigger sind für den grundlegenden Betrieb daher nicht erforderlich.
Das Mikrofonsignal lässt sich im Modul mit Effekten und Trigger-Samples kombinieren. Auf diese Weise bleibt der akustische Charakter des Drumsets erhalten, kann aber gezielt bearbeitet oder um elektronische Sounds ergänzt werden. Reverb und weitere Effekte stehen direkt zur Verfügung. Trigger-Samples können beispielsweise den Attack der Bassdrum verstärken oder einzelne Instrumente klanglich ergänzen.
Nach Angaben von Yamaha wurde nicht nur die Sensor-Einheit überarbeitet. Auch die Signalverarbeitung soll gegenüber dem bisherigen EAD10 einen natürlicheren und druckvolleren Gesamtsound liefern.

Automatische Einrichtung für Mikrofone und Trigger
Ein Schwerpunkt des EAD20 liegt auf einer schnellen Einrichtung. Das System kann die Mikrofonpegel automatisch anpassen. Auch die Empfindlichkeit angeschlossener Trigger lässt sich durch das Anschlagen der jeweiligen Trommel einrichten.

Gerade bei wechselnden Drumsets und Räumen kann diese Automatik Zeit sparen. Das betrifft nicht nur Live-Auftritte, sondern auch Unterrichtssituationen, Proben oder spontane Aufnahmen. Statt zahlreiche Parameter einzeln anzupassen, soll das Modul eine brauchbare Ausgangseinstellung erzeugen, die anschließend weiterbearbeitet werden kann.
Eine umfangreiche Einzelmikrofonierung ersetzt das Konzept nicht in jeder Studiosituation. Wenn Kick, Snare, Toms und Becken vollständig separat bearbeitet werden sollen, bleibt ein klassisches Mehrmikrofon-Setup die flexiblere Lösung. Das EAD20 setzt dagegen auf einen schnellen Workflow und einen direkt verwendbaren Gesamtklang.
Bis zu neun Trigger-Eingänge
Für hybride Drumsets bietet das EAD20 bis zu neun Trigger-Eingänge. Neben dem integrierten Kick-Trigger können dadurch zusätzliche Trigger an Snare und Toms sowie elektronische Pads eingebunden werden. Akustische und elektronische Klänge lassen sich innerhalb eines Setups kombinieren.
Das ist unter anderem für Layer-Sounds interessant. Eine akustische Snare kann beispielsweise mit einem elektronischen Clap, einem kurzen Effekt oder einem zusätzlichen Attack-Sample ergänzt werden. Auch Percussion-Sounds und elektronische Elemente lassen sich auf separate Pads legen.
Im Vergleich dazu bot das EAD10 Anschlussmöglichkeiten für bis zu sechs Trigger. Die Erweiterung auf neun Eingänge schafft mehr Platz für größere Hybrid-Setups und reduziert die Notwendigkeit eines zusätzlichen Trigger-Moduls.
Mehrkanal-Audio über USB
Das integrierte USB–Audiointerface arbeitet mit acht Eingangs- und zehn Ausgangskanälen. Damit geht das EAD20 über eine einfache Stereoaufnahme hinaus und kann in ein Mehrkanal-Setup mit einer DAW eingebunden werden.
Das eröffnet verschiedene Möglichkeiten für Recording und Streaming. Mikrofonsignale, Trigger-Sounds und weitere Signalwege können für die spätere Bearbeitung getrennt übertragen werden. Flexible Routing-Funktionen erleichtern zudem die Einbindung in Live-Setups, bei denen unterschiedliche Signale an PA, Monitoring oder Aufnahmegerät geschickt werden sollen.
Auch MIDI wird unterstützt. Dadurch kann das Modul Software-Instrumente ansteuern oder Trigger-Informationen innerhalb einer Musikproduktion aufzeichnen.

Videos mit Rec’n’Share erstellen
Für Drumvideos arbeitet das EAD20 mit der Yamaha Rec’n’Share App zusammen. Die Anwendung nimmt das Audiosignal des Moduls auf und kombiniert es mit dem Kamerabild eines Smartphones oder Tablets. Zusätzlich kann ein Song aus der Musikbibliothek als Begleittrack eingebunden werden.
Nach der Aufnahme lassen sich Video, Drum-Sound und Playback innerhalb der App bearbeiten und aufeinander abstimmen. Das erleichtert die Produktion von Playthroughs, Übungsvideos und kurzen Beiträgen für soziale Netzwerke. Das Modul selbst nimmt kein Videobild auf. Die Kamera des verbundenen Mobilgeräts übernimmt diesen Teil.
Neben Rec’n’Share unterstützt das System die neue EAD Touch App. Sie stellt eine grafische Bedienoberfläche für Klangbearbeitung, Mikrofon- und Trigger-Einstellungen sowie das Signal-Routing bereit.
Direkter Zugriff auf den Sound
Auf der Vorderseite des Moduls befinden sich drei frei zuweisbare Modifier-Regler. Beim EAD10 waren die drei Regler fest mit bestimmten Funktionen verbunden. Beim EAD20 können sie abhängig vom jeweiligen Setup mit den benötigten Parametern belegt werden.
Das erleichtert den Zugriff auf Effekte und Klangeinstellungen während des Spielens. Veränderungen lassen sich direkt am Modul vornehmen, ohne jedes Mal durch mehrere Menüseiten navigieren zu müssen. Für detailliertere Einstellungen steht die EAD Touch App zur Verfügung.
Vom Proberaum bis zum Livestream
Das EAD20 deckt mehrere typische Anwendungen aus dem Alltag von Drummern ab. Beim Üben verbindet es den eigenen Drum-Sound mit einem Playback und stellt das Ergebnis über Kopfhörer bereit. Für Aufnahmen liefert es einen fertig abgestimmten Gesamtklang, der ohne lange Mikrofonierung verwendet werden kann. Im Live-Betrieb kann das Signal an eine PA oder ein separates Monitoring-System ausgegeben werden.
Die erweiterten Trigger-Anschlüsse, das Mehrkanal-USB-Interface und die App-Steuerung machen das System zugleich für komplexere Hybrid-Anwendungen interessant. Damit positioniert Yamaha das EAD20 zwischen einer schnellen Komplettlösung für akustische Drumsets und einem flexibel ausbaubaren Modul für Recording, Bühne und Content-Produktion
