Eine Signature-Snare muss sich am Set beweisen. Entscheidend ist, wie sie auf unterschiedliche Stimmungen reagiert, welchen Charakter sie in den Groove bringt und wie unkompliziert sich ihr Sound anpassen lässt. Die neue Tama AN1465 liefert dafür reichlich Gesprächsstoff: Anika Nilles’ erstes Signature-Modell verbindet einen nahtlosen Aluminiumkessel mit klassischer Tama-Optik und einem neu entwickelten Innendämpfer. Gerade der entpuppt sich für mich als eines der Highlights.
Drei Stimmungen, ein überzeugender Grundcharakter
Beim Ausprobieren der AN1465 fällt mir vor allem ihre Vielseitigkeit auf. Die Snare besitzt einen eher trockenen Grundcharakter, lässt sich aber über unterschiedliche Stimmlagen erstaunlich flexibel einsetzen. Genau diese Kombination macht sie für mich spannend: ein erkennbarer eigener Sound und gleichzeitig genügend Spielraum, um verschiedene musikalische Aufgaben zu übernehmen. Im Video in diesem Artikel hört ihr die Trommel in drei unterschiedlichen Stimmungen, jeweils offen und gedämpft. So lässt sich direkt vergleichen, wie sie auf veränderte Fellspannung reagiert und welchen Einfluss die Dämpfung auf ihren Klang hat.
Mein persönlicher Eindruck fällt ausgesprochen positiv aus: Die AN1465 gehört zu den besten Aluminium-Snares, die ich bislang gehört habe.

Der Kessel: Nahtloses Aluminium im klassischen Format
Die Grundlage bildet ein 14″ x 6,5″ großer, nahtlos gefertigter Aluminiumkessel mit einer Wandstärke von 1,2 Millimetern. Vier eingearbeitete Kesselrillen erhöhen die Stabilität, während ein verlängerter Kesselrand für zusätzliche Stabilität sorgt. Optisch schlägt die Trommel eine Brücke in die eigene Firmengeschichte. Die umlaufenden Rillen und acht Original-Superstar-Spannböckchen erinnern an Tama-Snares der Achtzigerjahre. Wer bei diesem Anblick an die alten Mastercraft-Modelle denkt, liegt also nahe dran. Eine Aluminiumversion gehörte damals allerdings nicht zum Programm.
Die AN1465 greift damit vertraute Gestaltungselemente auf und kombiniert sie mit einer eigenständigen Kesselkonstruktion. Das passt zu einer Trommel, die Anika Nilles bereits seit einiger Zeit live einsetzt.
Mod-Tone: Dämpfung mit einem Handgriff
Das für mich interessanteste Ausstattungsdetail sitzt im Inneren des Kessels. Tamas neuer Mod-Tone Muffler arbeitet mit einer besonders großen, weichen Auflagefläche. Die Dämpfung lässt sich direkt ein- und ausschalten; ihren Anpressdruck könnt ihr über einen Drehregler stufenlos einstellen.

Für den Alltag am Set ist das eine praktische Kombination: Habt ihr eine passende Einstellung gefunden, könnt ihr zwischen offenem und gedämpftem Sound wechseln, ohne den Dämpfungsdruck jedes Mal neu justieren zu müssen. Gerade beim Ausprobieren unterschiedlicher Sounds erleichtert das den direkten Vergleich.
Bei der AN1465 zählt der Mod-Tone für mich zu den stärksten Argumenten. Im Video bekommt ihr die offenen und gedämpften Varianten unmittelbar gegenübergestellt. Hört dabei besonders darauf, wie sich der Ausklang verändert und welche Variante euch in der jeweiligen Stimmung besser gefällt.
Kessel-Hardware für den Alltag am Set
Bei den Spannreifen setzt Tama auf 2,3 Millimeter starke Sound Arc Hoops. Ihre nach innen gezogene Kante soll den Stockverschleiß reduzieren; zugleich sind sie auf kräftige Rimshots ausgelegt. Wer den Backbeat regelmäßig über Fell und Reifen spielt, dürfte sich dieses Detail genauer ansehen. Die Teppichabhebung übernimmt der Linear Drive Strainer MLS50A, auf der gegenüberliegenden Seite sitzt das MLS50B Butt End. Dazu kommt ein Starclassic Hi-Carbon-Steel-Snareteppich mit 20 Spiralen. Zur nostalgisch angehauchten Optik gesellt sich damit eine Ausstattung, die klar auf den praktischen Einsatz ausgerichtet ist.

Werksfelle: Evans G1 Coated trifft Hazy 300
Auf der Schlagseite ist die AN1465 ab Werk mit einem Evans G1 Coated in 14″ bestückt. Als Resonanzfell kommt ein Evans Hazy 300 in 14″ zum Einsatz. Für meinen Test bleibt damit auch die Werksausstattung ein wichtiger Teil des Gesamteindrucks: Die beschriebenen Klangeindrücke beziehen sich auf diese Fellkombination. Wer die drei Stimmungen im Video vergleicht, hört also, welche Bandbreite die Snare mit ihrer serienmäßigen Bestückung und dem integrierten Mod-Tone Muffler abdeckt.
Die Keyfacts im Überblick
- Größe: 14″ x 6,5″
- Nahtloser 1,2-mm-Aluminiumkessel
- Vier eingearbeitete Kesselrillen für zusätzliche Stabilität
- Verlängerter Kesselrand für zusätzliche Stabilität
- 2,3-mm-Sound-Arc-Hoops
- Original Superstar Spannböckchen
- MLS50A Strainer und MLS50B Butt End
- 20-spiraliger Starclassic Hi-Carbon Steel Snareteppich
- Evans G1 Coated Schlagfell
- Evans Snare Side Resonanzfell
- Integrierter Mod-Tone Muffler
- Dämpfung direkt ein- und ausschaltbar
- Dämpfungsdruck stufenlos per Drehregler einstellbar
- In mehr als zwei Jahren gemeinsam mit Anika Nilles entwickelt
Fazit: Eine Signature-Snare mit überzeugendem Eigenleben
Die Tama AN1465 bringt einiges mit, das mich als Drummer anspricht: einen eher trockenen Grundsound, viel Spielraum beim Stimmen und einen Mod-Tone-Innendämpfer, der für mich zu ihren wichtigsten Merkmalen gehört. Dazu kommen die markante Achtzigerjahre-Optik und eine durchdachte Hardwareausstattung. Wie gut euch ihr Charakter gefällt, hört ihr am besten selbst. Im Video spiele ich die Anika Nilles Signature Snare in drei Stimmungen – jeweils ungedämpft und gedämpft. Für mich ist sie schon jetzt ein echtes Highlight unter den Aluminium-Snares. Viel Spaß beim Reinhören!
