Bitterer Dämpfer für Rush und ihre Fans: Anika Nilles ist erkrankt, das zweite Konzert in San Jose fällt vorerst aus. Für die deutsche Schlagzeugerin kommt damit eine der anspruchsvollsten Aufgaben der Drumwelt kurzfristig zum Stillstand. Ein Ersatztermin steht bereits fest. Doch wann sitzt sie wieder hinter dem Kit?
Kurzinfo auf einen Blick
Rush mussten ihr zweites Konzert in San Jose kurzfristig verschieben, weil Schlagzeugerin Anika Nilles nach einem bereits angeschlagen absolvierten Auftritt zu krank für die Bühne war. Die Show wird am 6. Dezember 2026 nachgeholt, bereits gekaufte Tickets bleiben gültig. Wann Nilles wieder hinter dem Kit sitzt, ist noch nicht ausdrücklich bestätigt; die nächsten Tourtermine und die fünf Deutschlandkonzerte 2027 stehen weiterhin im Kalender.
Ein Abend Rush bedeutet für Schlagzeugfans weit mehr als nostalgisches Kopfnicken. Es geht um legendäre Drum-Parts, vertrackte Arrangements und die Frage, wie Anika Nilles das gewaltige Erbe von Neil Peart auf die Bühne bringt. Ausgerechnet hinter diesem mit Spannung beobachteten Schlagzeug bleibt der Hocker in San Jose nun vorübergehend leer.
Rush haben ihren für den 17. Oktober 2026 geplanten zweiten Auftritt im SAP Center kurzfristig verschoben. Der Grund: Nilles ist zu krank, um das Konzert zu spielen. Noch am selben Tag gab die Band den neuen Termin bekannt: Am 6. Dezember 2026 soll die Show nachgeholt werden. Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit.
Erst noch durchgezogen, dann ging nichts mehr
Ganz überraschend kam die Erkrankung für die Band offenbar nicht. Nach Angaben von Alex Lifeson war Nilles bereits beim ersten San-Jose-Konzert am Donnerstag, dem 15. Oktober, angeschlagen. In seiner Videobotschaft vom 17. Oktober berichtete der Gitarrist von ersten Grippesymptomen. Den Auftritt absolvierte sie trotzdem.
Anschließend verschlechterte sich ihr Zustand. Für den zweiten Abend musste Rush die Reißleine ziehen. Lifeson würdigte ihren Durchhaltewillen beim ersten Konzert und brachte zugleich seine Enttäuschung über die notwendige Verschiebung zum Ausdruck. Weitere medizinische Details wurden nicht öffentlich gemacht.
Wer selbst regelmäßig Gigs spielt, kennt den Konflikt: Der Termin steht, das Publikum wartet, die eigene Verfassung passt überhaupt nicht zum Dienstplan. Bei Rush kommt ein Programm hinzu, das höchste Konzentration verlangt. Präzise Akzente, ineinandergreifende Figuren und anspruchsvolle Übergänge gehören hier zur musikalischen Architektur. Diese Parts wollen über einen ganzen Abend zusammengehalten werden.
Anika Nilles: Ein Drumhocker mit gewaltiger Geschichte
Dass sich die Aufmerksamkeit jetzt besonders auf Nilles richtet, liegt auch an der Dimension dieses Comebacks. „Fifty Something“ ist die erste Rush-Tour seit 2015. Damals standen Geddy Lee und Alex Lifeson noch mit Neil Peart auf der Bühne. Der im Januar 2020 verstorbene Drummer prägte die Band als Musiker und Texter – und hinterließ Schlagzeugparts, an denen sich Generationen abgearbeitet haben.
Für Nilles bedeutet dieser Job deshalb mehr als das Einstudieren eines anspruchsvollen Katalogs. Viele Fans kennen Pearts Fills, Beckenakzente und rhythmische Wendungen bis ins Detail. Gleichzeitig soll eine Liveband miteinander atmen und musikalisch im Moment bleiben. Genau darin liegt die besondere Spannung dieser Besetzung.
Die zuvor unter anderem mit Jeff Beck aktive deutsche Schlagzeugerin wurde im Oktober 2025 für die Rückkehr von Rush vorgestellt. Lee übernimmt Bass und Gesang, Lifeson die Gitarre; Keyboarder Loren Gold ergänzt das aktuelle Liveensemble. Die Tour würdigt ausdrücklich die Musikgeschichte der Band und Pearts Lebenswerk.
Mehr als 40 Songs: Dieser Gig verlangt einen langen Atem
Ihre öffentliche Premiere feierte die neue Livebesetzung bei den kanadischen Juno Awards im März 2026. Der Tourstart folgte am 7. Juni im Kia Forum in Los Angeles.
Das Konzept hat es in sich: zwei Konzertteile pro Abend und ein vorbereitetes Repertoire von mehr als 40 Stücken, aus dem wechselnde Setlists entstehen können. Für Drummer ist das besonders reizvoll. Neben der technischen Umsetzung zählt dabei, eine große Zahl komplexer Abläufe jederzeit sicher abrufen zu können.
Ein Rush-Abend ist eben kein kurzer Sprint bis zum letzten Crash. Er verlangt Ausdauer, Übersicht und musikalische Präsenz.
Wie geht es weiter? St. Louis steht noch im Kalender
Als nächster regulärer Termin ist der 21. Oktober im Enterprise Center in St. Louis vorgesehen, gefolgt von Cincinnati am 23. Oktober. Beide Konzerte stehen weiterhin im offiziellen Tourplan. Das bestätigt allerdings noch nicht, dass Nilles bis dahin wieder auftreten kann. Stand 19. Oktober liegt dafür keine ausdrückliche Zusage vor.
Schon Ende Juni hatte die Tour krankheitsbedingt pausieren müssen: Wegen einer Kehlkopfentzündung und Bronchitis bei Geddy Lee wurden zwei Konzerte in Fort Worth verlegt und im Juli nachgeholt. Ein Zusammenhang mit Nilles’ jetziger Erkrankung besteht nach den vorliegenden Angaben nicht.
Für San Jose gilt: Tickets aufbewahren. Wer den Ersatztermin am 6. Dezember nicht wahrnehmen kann, sollte sich wegen einer Erstattung an die ursprüngliche Verkaufsstelle wenden. Die jeweiligen Bedingungen sind dort zu klären.
Deutschland 2027: Fünf Chancen auf Rush mit Anika Nilles
Für das deutsche Publikum bleibt die Vorfreude bestehen. Die fünf angekündigten Deutschlandkonzerte sind weiterhin im offiziellen Kalender aufgeführt:
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Datum |
Stadt |
Veranstaltungsort |
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21. Februar 2027 |
Berlin |
Uber Arena |
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25. Februar 2027 |
München |
Olympiahalle |
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28. Februar 2027 |
Köln |
LANXESS Arena |
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2. März 2027 |
Hamburg |
Barclays Arena |
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4. März 2027 |
Stuttgart |
Hanns-Martin-Schleyer-Halle |
Die Rückkehr nach Europa ist die erste seit 2013. Für Schlagzeugfans bietet sie die Gelegenheit, Nilles bei einer außergewöhnlichen musikalischen Aufgabe zu erleben: Rushs Drumgeschichte mit Lee und Lifeson wieder auf die Bühne zu bringen. Die Verschiebung in San Jose betrifft nach bisherigem Stand ausschließlich den ausgefallenen Oktobertermin.
Fazit: Das Comeback muss kurz Luft holen
Die Nachricht ist bitter für alle, die sich auf den zweiten Abend in San Jose gefreut haben. Doch ein derart forderndes Programm braucht eine Schlagzeugerin, die es körperlich und musikalisch tragen kann. Dass Nilles das erste Konzert noch absolvierte, beschreibt Lifeson als bemerkenswerte Willensleistung. Daraus lässt sich keine Verpflichtung zum nächsten Kraftakt ableiten.
Der Ersatztermin steht, die weiteren Konzerte bleiben vorerst geplant. Jetzt richtet sich der Blick auf ihre Erholung – und auf den Moment, in dem hinter dem Rush-Kit wieder eingezählt wird. Gute Besserung, Anika!
