Doppelpedal für Einsteiger gesucht: Tama, Pearl und Fame im Vergleich

Doppelpedal Test Vergleich

Ein Doppelpedal ist für die allermeisten Drummer und Drummerinnen der erste Schritt ins fortgeschrittene Stadium. Plötzlich sind nicht mehr nur Achtel auf der Bassdrum möglich, sondern durchlaufende Double-Bass-Figuren, schnelle Fills, Metal-Grooves, lineare Patterns oder einfach mehr kreative Freiheit am Drumset. Gerade im Einsteigerbereich ist die Auswahl recht groß, die Preisunterschiede sind deutlich und die Frage ist berechtigt: Wie viel Pedal braucht man am Anfang wirklich?

Für diesen Vergleich habe ich mir drei günstige Doppelpedale genauer angeschaut, die alle in einem ähnlichen Einsatzbereich unterwegs sind, aber sehr unterschiedlich an die Sache herangehen: Das Tama HP30TW, das Pearl P-532 und das Fame DFP4003. Alle drei richten sich klar an Einsteiger und Schüler. Im Detail zeigen sich deutliche Unterschiede bei Stabilität, Spielgefühl, Einstellbarkeit und Langzeitperspektive.

Tama HP30TW Doppelpedal

Das Tama HP30TW ist auf den ersten Blick klar als Einsteigermodell positioniert, bringt aber einige Gene mit, die man aus höheren Tama-Serien kennt. Besonders das Power Glide Kettenblatt fällt auf, dessen Form an die Iron Cobra Serie angelehnt ist. Dadurch wirkt die Kraftübertragung direkter und etwas kräftiger, als man es bei einem einfachen Budget-Pedal zunächst erwarten würde.

Das Pedal arbeitet mit einer Einfachkette, die Beater- und Trittplattenwinkel lassen sich einstellen, zudem kommt der Tama DS30 Beater zum Einsatz. Dieser bietet zwei Anschlagflächen, nämlich Filz für einen weicheren  Sound und Kunststoff für mehr Attack und Durchsetzung. Das ist in dieser Preisklasse sehr praktisch, weil man das Pedal sowohl am Akustikset als auch am E-Drum flexibel einsetzen kann.

Im Spielgefühl zeigt sich das Tama HP30TW angenehm leichtgängig und unkompliziert. Wer gerade erst mit Double-Bass-Spiel beginnt, bekommt hier ein Pedal, das nicht überfordert und schnell einsatzbereit ist. Die Kraftübertragung ist flüssig, die Kardanwelle macht einen robusten Eindruck und die Grundabstimmung passt gut zu klassischen Anwendungen im moderaten Tempo.

Allerdings merkt man auch recht schnell, wo Tama den Rotstift angesetzt hat. Das Pedal besitzt am Main-Pedal keine durchgehende Bodenplatte, sondern setzt auf Metallbügel. Das spart Gewicht und Kosten, bringt aber bei kräftigerem Spiel weniger Ruhe in die Konstruktion. Gerade wenn man schneller wird oder viel mit dem linken Fuß arbeitet, fühlt sich das Main-Pedal nicht ganz so satt und stabil an wie bei teureren Modellen. Auch die Einfachkette ist für den Einstieg vollkommen in Ordnung, kommt aber bei direkter Ansprache, Belastbarkeit und Langlebigkeit nicht an einen Doppelkettenantrieb heran.

Meine persönliche Einschätzung: Das Tama HP30TW ist ein sehr ordentliches Einstiegspedal für alle, die Double-Bass-Spiel ausprobieren möchten, ohne direkt viel Geld auszugeben. Es wirkt durchdacht, leicht zugänglich und erstaunlich leichtgängig. Wer aber schon weiß, dass er täglich üben, höhere Tempi spielen oder dauerhaft auf Double-Bass setzen will, wird vermutlich früher oder später mehr Stabilität und Reserven vermissen.


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Tama HP30TW Doppelpedal

Pearl P-532 Doppelpedal

Das Pearl P-532 geht die Sache etwas erwachsener an. Schon beim ersten Kontakt wirkt das Pedal robuster und professioneller als man es in dieser Preisklasse erwarten würde. Der wichtigste Punkt ist der Doppelkettenantrieb. Während viele günstige Doppelpedale mit einer Einfachkette arbeiten, sorgt Pearl hier für eine stabilere, und kraftvollere Kraftübertragung.

Die Ausstattung ist für ein Einsteiger- bis Budget-Pedal umfangreich. Die Federspannung ist einstellbar, die Beater-Winkel lassen sich stufenlos justieren, die Kardanwelle ist in der Länge verstellbar und das Slave-Pedal besitzt ebenfalls eine solide Bodenplatte. Dazu kommen rutschfeste Trittplatten, Two Surface Duo-Beater mit Filz- und Kunststoffseite sowie eine seitlich justierbare Hoop Clamp, die das Montieren an der Bassdrum angenehm vereinfacht. Man muss nicht umständlich unter das Pedal greifen wie beim Tama, sondern kann die Klemmung bequem von der Seite bedienen. Das ist ein kleines Detail, das im Alltag mehr Freude macht, als man zunächst denkt.

Beim Spielen fällt vor allem auf, dass das P-532 sehr ausgewogen wirkt. Das linke Pedal fühlt sich direkt an und kommt dem Hauptpedal näher, als man es bei vielen günstigen Doppelpedalen erlebt. Natürlich ist das keine High-End-Fußmaschine, aber der Unterschied zu sehr einfachen Einsteigermodellen ist spürbar. Gerade für fortgeschrittene Anfänger ist das wichtig, weil ein schwammiges Pedal schnell dazu führt, dass man technische Fehler entwickelt oder unnötig viel Kraft aufwendet.

Die Trittplatten bieten genug Platz für unterschiedliche Fußtechniken. Heel-up, Heel-down und auch erste Heel-Toe-Versuche funktionieren kontrolliert. Die rutschfeste Oberfläche gibt guten Halt, ohne sich zu aggressiv anzufühlen. Der Duo-Beater ist ebenfalls sinnvoll gewählt, denn mit Filz bekommt man einen traditionelleren Bassdrum-Sound, während die Kunststoffseite mehr Attack liefert. Das macht das Pedal für Akustikdrums, E-Drums und stilistisch unterschiedliche Anwendungen flexibel.

Ganz ohne Kritik kommt aber auch das Pearl nicht davon. Das Hauptpedal besitzt auch keine massive Bodenplatte, sondern wird über klassische Haltestangen stabilisiert. Im normalen Spielbetrieb ist das kein echtes Problem, bei sehr hohen Geschwindigkeiten und kräftigem Pedaltritt kann es aber etwas weniger massiv wirken als Doppelpedale mit zwei durchgehenden Bodenplatten. Auch bei der Feinjustierung merkt man, dass man sich noch nicht in der Profi-Liga befindet. Wer Haupt- und Slave-Pedal absolut identisch ausbalancieren möchte, braucht Geduld und stößt an Grenzen. Hier bieten teurere Pearl-Serien wie die Eliminator-Modelle natürlich deutlich mehr Möglichkeiten.

Trotzdem ist das P-532 für mich das überzeugendste Pedal in diesem Vergleich. Es bietet den besten Kompromiss aus Stabilität, Spielgefühl, Ausstattung und Preis. Man hat nicht das Gefühl, ein reines Übergangsprodukt unter den Füßen zu haben, sondern ein Doppelpedal, mit dem man ernsthaft üben, im Proberaum arbeiten und auch kleinere Gigs spielen kann.


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Pearl P-532 Doppelpedal

Fame DFP4003 Doppelpedal

Das Fame DFP4003 ist das günstigste Pedal im Vergleich und damit natürlich besonders interessant für absolute Einsteiger. Wer einfach nur wissen möchte, ob Double-Bass-Spiel überhaupt etwas für ihn ist, bekommt hier für sehr wenig Geld ein vollwertiges Doppelpedal mit kompletter Ausstattung.

Besonders positiv fällt auf, dass beide Pedale massive Bodenplatten besitzen. Das ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit und sorgt dafür, dass das DFP4003 auf Teppich stabil steht. Zusammen mit den herausdrehbaren Spikes rutscht das Pedal nicht weg. Auch der Doppelkettenantrieb ist ein starkes Argument, denn er verspricht grundsätzlich eine stabilere Kraftübertragung als eine einfache Kette.

Ein weiteres Plus sind die mitgelieferten Quad-Beater. Diese bieten vier verschiedene Anschlagflächen mit unterschiedlichen Filz- und Kunststoffseiten. Dadurch lässt sich der Bassdrum-Sound schnell verändern, von weicherem Anschlag bis zu aggressiverem Attack. Praktisch ist außerdem, dass sich das Set bei Bedarf in zwei Einzelpedale zerlegen lässt.

In der Praxis zeigt sich aber auch, warum das Fame DFP4003 preislich so niedrig liegt. Das Spielgefühl ist schwerer und träger als bei Tama und Pearl. Die Mechanik läuft nicht so frei, wie man es sich bei schnellen, gleichmäßigen Double-Bass-Figuren wünschen würde. Besonders das linke Pedal fühlt sich nicht ganz so direkt an, was unter anderem an der einfacheren Kardanwelle liegt. Die Gelenke haben etwas mehr Spiel, wodurch am linken Fuß eine minimale Verzögerung entstehen kann.

Auch die Justierung erfordert Geduld. Federspannung und Beater-Winkel lassen sich einstellen, aber nicht so geschmeidig und präzise wie bei den anderen Kandidaten. Wer beide Pedale wirklich gleichmäßig abstimmen möchte, muss sich Zeit nehmen und Kompromisse akzeptieren. Für gelegentliches Üben, einfache Double-Bass-Grooves oder den Einsatz am E-Drum ist das vollkommen okay. Bei täglichem, kraftvollem Spiel oder höheren Tempi merkt man aber, dass Lager, Gewinde und Gelenke nicht für dauerhaft harte Beanspruchung gebaut sind.

Meine Meinung: Das Fame DFP4003 ist das klassische „besser haben als nicht haben“-Pedal. Für den Preis bekommt man erstaunlich viel Hardware, zwei Bodenplatten, Doppelketten und variable Beater. Wer nur gelegentlich spielt oder mit sehr kleinem Budget startet, kann damit erste Erfahrungen sammeln. Wer aber wirklich sauber und langfristig Doppelfußtechnik aufbauen möchte, sollte etwas mehr investieren.


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Fame Doppelpedal DFP4003

Direktvergleich Einsteiger-Doppelpedal

Das Tama HP30TW punktet mit einfacher Bedienung, gutem Grundgefühl und typischem Tama-Charakter. Es spielt sich leicht und unkompliziert, wirkt aber durch die fehlenden Bodenplatten und die Einfachkette nicht ganz so stabil wie die Konkurrenz. Für den ersten Einstieg ist es absolut brauchbar, für ernsthaftes und dauerhaftes Double-Bass-Training aber eher die Zwischenlösung.

Das Fame DFP4003 bietet auf dem Papier extrem viel fürs Geld. Zwei Bodenplatten, Doppelkettenantrieb, Spikes und Quad-Beater sind in dieser Preisklasse stark. Im Spielgefühl kann es aber nicht ganz mithalten. Es wirkt träger, etwas hakeliger und weniger präzise. Der Preis ist unschlagbar, die Kompromisse sind dafür klar spürbar.

Das Pearl P-532 schafft den besten Mittelweg. Es ist stabiler und direkter als das Tama, läuft leichter und kontrollierter als das Fame und bietet mit Doppelkettenantrieb, gutem Slave-Pedal-Gefühl, Duo-Beatern und sinnvoller Einstellbarkeit die rundeste Ausstattung. Vor allem macht es den Eindruck, dass man damit nicht nur die ersten Schritte macht, sondern auch eine ganze Weile weiterarbeiten kann.

Testsieger: Pearl P-532

Mein Testsieger ist klar das Pearl P-532 Doppelpedal.

Nicht, weil es perfekt ist, sondern weil es in diesem Vergleich das ausgewogenste Gesamtpaket liefert. Es bietet genug Stabilität für ernsthaftes Üben, genug Direktheit für sauberes Double-Bass-Spiel und genug Ausstattung, um auch nach den ersten Wochen nicht direkt an Grenzen zu stoßen. Besonders der Doppelkettenantrieb und das vergleichsweise synchrone Spielgefühl zwischen Haupt- und Slave-Pedal machen in der Praxis den entscheidenden Unterschied.

Das Tama HP30TW ist eine gute Wahl für Drummer, die möglichst unkompliziert einsteigen möchten und Wert auf ein leichtes, solides Grundgefühl legen. Das Fame DFP4003 ist die Budget-Lösung für alle, die so günstig wie möglich starten wollen und bereit sind, bei Leichtläufigkeit und Feineinstellung Abstriche zu machen.

Wer aber ein Doppelpedal sucht, das nicht nur billig ist, sondern sich auch nach einem echten Werkzeug anfühlt, sollte zum Pearl P-532 greifen. Für Einsteiger, fortgeschrittene Anfänger, Proberaum, E-Drum und kleinere Gigs ist es in diesem Vergleich die überzeugendste Wahl.

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