Die Ludwig Supraphonic gilt nicht ohne Grund als eine der meistverwendeten Recording-Snares überhaupt. Ich persönlich bin immer wieder vom hellen Attack, der Klarheit und der Vielseitigkeit begeistert. Sie funktioniert von Jazz bis Rock und ist auf unzähligen Aufnahmen seit den 1960er Jahren zu hören. Diese Songs will ich hier nach und nach vorstellen.
Ludwig Supraphonic Snare 14″x5″
Ihr Geheimnis liegt in der Mischung aus Metallkessel, sensibler Ansprache und kontrollierbarer Offenheit. Hoch gestimmt liefert sie knackigen Crack. Tiefer gestimmt bekommt sie Körper. Mit etwas Dämpfung wird sie trocken, offen gespielt entwickelt sie den typischen metallischen Ring, den Produzenten lieben.
Egal, ob man die LM400 in 14“×5″ oder die LM402 in 14“×6,5″ nimmt: Die Supraphonic ist eine Snare, die für verschiedene Stile geeignet ist. Sie funktioniert in Genres wie Beatles-Pop, Post-Punk, Stadionrock und modernem Soul-Pop.
Diese vier ersten Songs der Reihe zeigen sehr unterschiedliche Facetten der Snare-Legende:
The Beatles – Come Together
Ringo Starrs Drum-Sound auf „Come Together“ gehört zu den lässigsten Momenten der Beatles-Diskografie. Der Groove ist reduziert und die Snare spielt einen einfachen Backbeat und wird Teil der speziellen Atmosphäre. Der Sound ist trocken, kontrolliert und mit der richtigen Portion metallischem Charakter.
Ringo Starr wird seit den 1960er-Jahren stark mit Ludwig-Drums und der Supraphonic in Verbindung gebracht
Bei „Come Together“ hört man, warum die Supraphonic im Studio so beliebt ist. Sie ist präsent und drängt sich nicht zu sehr nach vorne. Der Song lebt vom moderaten Snare–Crack. Die Snare ist warm im Mix, bleibt aber jederzeit definiert, perfekt für einen Groove, der den Song trägt.
U2 – Sunday Bloody Sunday
Der Snare-Part von „Sunday Bloody Sunday“ ist einer der bekanntesten Rock–Grooves der 1980er. Larry Mullen Jr. eröffnet den Song mit einem marschartigen Pattern, das sofort Wiedererkennungswert hat. Die Snare ist militärisch und überaus direkt.
Gerade bei einem solchen Pattern zeigt sich die Stärke einer Supraphonic. Sie liefert klare Artikulation, schnelle Ansprache und genug Obertonstruktur, damit Ghost Notes, Akzente und Flams lebendig bleiben. Der Sound muss schneiden, darf aber nicht zu steril wirken. In „Sunday Bloody Sunday“ ist die Snare ein Paradebeispiel dafür, wie ein Drum-Part einen ganzen Song definiert.
Adele – Rolling in the Deep
„Rolling in the Deep“ ist moderner Pop mit Soul-, Blues- und Gospel-Attitüde. Die Snare unterstützt den stampfenden Charakter des Songs. Groß und trocken genug für den Pop-Mix und mit ausreichend Tiefe, um nicht zu künstlich zu wirken. Eine Supraphonic passt gut in dieses Klangbild. Sie klingt organisch und lässt sich im Studio gut kontrollieren. Bei einem Song wie „Rolling in the Deep“ zählt neben Lautstärke auch eine schiebende Snare, welche die Stimme nicht überdeckt. Diese Balance ist einer der Gründe, warum die Supraphonic so oft als Allrounder im Studio genannt wird.
Fleetwood Mac – Go Your Own Way
Mick Fleetwoods Drum-Part in „Go Your Own Way“ ist ungewöhnlicher, als er auf den ersten Blick wirkt. Der Groove klingt treibend und vertraut hat aber eine eigenwillige inhärente Bewegung. Lindsey Buckingham war im Studio vom Drum-Feeling der Rolling Stones inspiriert. Mick Fleetwood entwickelte daraus seine eigene Variante.
Die Snare liefert den Backbeat und ist Teil eines leicht taumelnden Rock–Grooves. In einem komplexen Fleetwood-Mac-Mix mit Gitarren, mehrstimmigem Gesang und treibendem Bass braucht die Snare einen Ton, der präsent bleibt.
„Go Your Own Way“ zeigt damit eine andere Seite der Supraphonic. Der Sound lebendig und natürlich mit viel Leben.
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